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Europäische Kommission eröffnet neues Wissenszentrum für Lebensmittelqualität und -betrug

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Der für Bildung, Kultur, Jugend und Sport zuständige EU-Kommissar Tibor Navracsics hat am 13. März 2018 ein neues Wissenszentrum für Lebensmittelqualität und zur Bekämpfung von Lebensmittelbetrug bei der Gemeinsamen Forschungsstelle (wissenschaftlicher Dienst der Europäischen Kommission mit Sitz in Brüssel) eröffnet. Damit reagiert die Europäische Kommission auf geäußerte Sorgen von Bürger/innen in der jüngsten Vergangenheit und auf Berichte von unterschiedlicher Qualität bzw. Zusammensetzung von Lebensmitteln in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten.

Das Wissenszentrum ist ein Netz kommissionsinterner und -externer Expert/innen, das zukünftig die politischen Entscheidungsträger in der EU und die nationalen Behörden durch die Bereitstellung und Weiterleitung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse über Lebensmittelbetrug und Probleme bei der Lebensmittelqualität unterstützen wird.

Die Europäische Kommission führt zur Einrichtung des neuen Wissenszentrums aus, dass Lebensmittelbetrug und Probleme bei der Qualität von Lebensmitteln zu Vertrauensverlusten bei Verbraucher/innen führen und sich schädlich auf die gesamte Lebensmittelversorgungskette in Europa auswirken. Als jüngste Fälle führt die Kommission Olivenöl, Wein, Honig, Fisch, Milchprodukte, Fleisch und Geflügel auf.

Das neue Wissenszentrum wird folgende Aufgaben haben:

  1. Koordinierung der Marktüberwachung, etwa in Bezug auf die Zusammensetzung und die sensorischen Eigenschaften von Lebensmitteln, die mit derselben Verpackung und unter demselben Markennahmen auf verschiedenen Märkten in der EU angeboten werden
  2. Betrieb eines Frühwarn- und Informationssystems zu Lebensmittelbetrug, beispielsweise durch Medienbeobachtung und Veröffentlichung dieser Informationen;
  3. Verknüpfung der Informationssysteme der Mitgliedstaaten und der Kommission, etwa von Datenbanken, in denen die Zusammensetzung bestimmter hochwertiger Agrar- und Lebensmittelerzeugnisse wie Wein oder Olivenöl erfasst ist;
  4. Zusammenstellung länderspezifischer Informationen, beispielsweise durch Erfassung der Kompetenzen und Laborinfrastrukturen in den Mitgliedstaaten

Im Vorfeld der Eröffnung erklärte Tibor Navracsics: "Wenn es um Lebensmittel geht, kann die Wissenschaft ihren Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger sehr direkt und konkret unter Beweis stellen. Die Qualität der Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, ist für uns alle ein wichtiges Thema, und weil Lebensmittelbetrug eine grenzüberschreitende kriminelle Aktivität darstellt, ist die EU bei seiner Bekämpfung ganz eindeutig in der Pflicht. Die Einrichtung des Wissenszentrums für Lebensmittelqualität und Bekämpfung von Lebensmittelbetrug ist ein wichtiger Schritt. Das Zentrum wird helfen, die Integrität der Lebensmittelkette in der EU zu schützen und die Qualität von Lebensmittelerzeugnissen zu gewährleisten und damit einen klaren Mehrwert für die Europäerinnen und Europäer schaffen."

Die für Justiz, Verbraucher und Gleichstellung zuständige EU-Kommissarin, Vera Jourová sagte ergänzend: "Die Kommission nimmt das Thema der Lebensmittelqualität und ungerechtfertigter Unterschiede sehr ernst und hat bereits eine Reihe konkreter Schritte unternommen, um dieses Problem anzugehen. Der Bereitstellung besserer wissenschaftlicher Erkenntnisse kommt hierbei entscheidende Bedeutung zu. Dieses neu geschaffene Wissenszentrum, das Expertinnen und Experten sowie Wissen aus unterschiedlichen Quellen inner- und außerhalb der Europäischen Kommission zusammenführt, wird die Erhebung und Verarbeitung wissenschaftlicher Nachweise weiter voranbringen. Das Zentrum wird auch zur Entwicklung einer gemeinsamen Prüfmethodik beitragen, die uns wiederum bei der Anwendung und Durchsetzung des Lebensmittel- und Verbraucherschutzrechts helfen wird."

Hintergrund:

Die Europäische Kommission informiert in diesem Zusammenhang darüber, dass die Lebensmittelkette in der Europäischen Union strengen Bestimmungen unterliegt:

  1. Den Bestimmungen des allgemeinen Lebensmittelrechts,
  2. Den Rechtsvorschriften zur Information der Verbraucher über Lebensmittel und
  3. Der Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken

Nach diesen Rechtsvorschriften müssen landwirtschaftliche Erzeugnisse bestimmte Anforderungen hinsichtlich der Zusammensetzung und bestimmte Qualitätsstandards erfüllen.

Die Gemeinsame Forschungsstelle verfügt über langjährige Erfahrung in der Lebensmittelforschung (etwa im Bereich der Echtheit von Lebensmitteln) sowie über Fachwissen bei der Entwicklung, Anwendung und Validierung von Analyseverfahren zur Aufdeckung von Betrugsfällen in der Lebensmittelkette.

Das Wissenszentrum für Lebensmittelqualität und Bekämpfung von Lebensmittelbetrug ist - nach den Zentren für Bioökonomie, territoriale Maßnahmen, Migration und Demografie und Katastrophenrisikomanagement - das fünfte Wissenszentrum der Gemeinsamen Forschungsstelle.

Quelle und weitere Informationen:

  • EU-Aktuell vom 12.03.2018