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Europäische Kommission macht Vorschläge zur Verbesserung der Bildungssysteme

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Nur zwei Monate nach dem EU-Sozial-Gipfel in Göteborg hat die Europäische Kommission am 17.01.2018 Empfehlungen zur Verbesserung der Bildungssysteme der EU-Mitgliedstaaten vorgelegt, so z.B. für die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen in der digitalen Bildung, bei der Förderung unternehmerischer Bildung und bei den Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben, Fremdsprachen, Mathematik und Technik.

Zu dem Komplex schlägt die Europäische Kommission drei Initiativen vor:

Empfehlung des Rates zu Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen

Auf der Grundlage der Empfehlungen des Rates zu Schlüsselkompetenzen für lebensbegleitendes Lernen aus dem Jahr 2006 enthält der neue Vorschlag wichtige Ideen für die Anpassung an die rasche Entwicklung in den Bereichen Unterricht und Lernen. Ziel des Vorschlags ist, den lebenslangen Ausbau der Schlüsselkompetenzen von Menschen aller Altersgruppen zu verbessern und den Mitgliedstaaten Leitlinien zur Verfügung zu stellen, um dieses Ziel zu erreichen. Im Rahmen des Vorschlags hat die Förderung des Unternehmergeistes und einer innovationsorientierten Einstellung einen besonderen Stellenwert, denn die Europäische Kommission will, dass alle ihr persönliches Potenzial und ihre Kreativität entfalten können. Darüber hinaus empfiehlt die Europäische Kommission Schritte und Maßnahmen zur Förderung von Kompetenzen in den Bereichen Wissenschaften, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik, auch damit mehr junge Menschen motiviert werden können, technische und naturwissenschaftliche Berufe zu ergreifen.

Aktionsplan für digitale Bildung

Der Aktionsplan zeigt auf, wie die EU den Bürger/innen und den Bildungssystemen und ihren Bildungseinrichtungen helfen kann, mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen der sich rasch ändernden digitalen Gesellschaft zurechtzukommen bzw. Schritt zu halten. Die Europäische Kommission schlägt hier vor:

  • bessere Nutzung digitaler Unterrichts- und Lerntechnologien;
  • Entwicklung der digitalen Kompetenzen und Fertigkeiten, die für das Leben und Arbeiten in einem Zeitalter des digitalen Wandels benötigt werden und
  • Verbesserung der allgemeinen und beruflichen Bildung durch bessere Datenanalyse und -antizipierung.

So sollen Schulen bei der Ausstattung mit Hochgeschwindigkeits-Breitbanddiensten unterstützt und eine neues Tool für Schulen zur Selbstbewertung in Bezug auf den Einsatz von Unterrichts- und Lerntechnologien (SELFIE) fortentwickelt sowie eine Kampagne zur Sensibilisierung für online-Sicherheit, Medienkompetenz und Cyberhygiene durchgeführt werden.

Empfehlung des Rates über gemeinsame Werte, inklusive Bildung und europäische Dimension von Unterricht und Lehre

Mit diesem Vorschlag will die Europäische Kommission jungen Menschen die Bedeutung der Werte der Union, die in Art. 2 des Vertrages über die Europäische Union niedergelegt sind, erklären und näher bringen, damit sie diese besser verstehen und sich auch besser engagieren können.

Der Art. 2 EUV lautet: "Die Werte, auf die sich die Union gründet, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören. Diese Werte sind allen Mitgliedstaaten in einer Gesellschaft gemeinsam, die sich durch Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Toleranz, Gerechtigkeit, Solidarität und die Gleichheit von Frauen und Männern auszeichnet".

Die Initiative hat das Ziel, den sozialen Zusammenhalt in der EU zu stärken und damit einen Beitrag zur Bekämpfung von Populismus, Fremdenfeindlichkeit, spalterischem Nationalismus und die Zunahme von Fake News zu leisten. Gleichzeitig sollen Kinder in die Lage versetzt werden, sich auch Wissen über das gemeinsame Erbe Europas und Diversität anzueignen und über die Arbeitsweise der EU Bescheid zu wissen. Um diese Ziele zu erreichen, will die Europäische Kommission den virtuellen Austausch zwischen den Schulen im Rahmen des EU-Programms E-Twinning und durch die Austauschprojekte (Mobilitätsprojekte) im Rahmen von Erasmus+ (Comenius) erhöhen.

Zusammenfassung:

Die neuen Empfehlungen will die Europäische Kommission als Beitrag zur dringend benötigten Verbesserung der europäischen Bildungssysteme und damit zur Lösung der vielen Probleme sehen, die in der letzten PISA-Studie aus 2017 deutlich geworden sind. Ganz allgemein sollen die Vorschläge den Mitgliedstaaten helfen, Lernende besser auf die sich wandelnden Arbeitsmärkte und für ein aktives bürgerschaftliches Engagement in einer von Diversität geprägten, mobilen, digitalen und globalisierten Gesellschaften vorzubereiten.

Quelle und weitere Information:

  • EU-Aktuell vom 17.01.2018