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Europäische Kommission richtet Multi-Stakeholder-Plattform für die Umsetzung der Ziele der Agenda 2030 ein

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Zur Umsetzung der 17 Ziele, die beim UN-Gipfel für Nachhaltigkeit im Oktober 2015 in New York beschlossen wurden (Agenda 2030), hat der 1. Vizepräsident der Europäischen Kommission, Frans Timmermanns, eine Multi-Stakeholder-Plattform aus Vertreter/innen aus Wissenschaft und Lehre, Zivilgesellschaft und Unternehmen eingerichtet. Die Mitglieder der Plattform sollen die Europäische Kommission mit Rat und Tat unterstützen, zu den Aufgaben wird auch die Beratung der Europäischen Kommission bei der Vorbereitung des Auswahlverfahrens für einen jährlichen Nachhaltigkeitspreis gehören. Den Vorsitz der Plattform wird Frans Timmermanns übernehmen, anlässlich der Einrichtung des Expertenforum sagte er: "Nachhaltigkeit ist ein Europäisches Markenzeichen, nachhaltige Entwicklung eine Priorität der Agenda der Europäischen Kommission. Wir müssen an der Basis ansetzen, müssen Wissen und Fähigkeiten eines breiten Spektrums von Interessenträgern zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umgestaltung nutzen. Auf der Multi-Stakeholder-Plattform kommen Experten zusammen und lernen voneinander. Ich freue mich auf eine enge Zusammenarbeit, bei der wir die Vision und die geeigneten Instrumente für die Verwirklichung der Nachhaltigkeitsziele entwickeln."

Die Plattform bringt Experten aus unterschiedlichen Wissensgebieten zusammen und kann das Fachwissen der Europäischen Kommission ergänzen; außerdem bieten die Zusammenkünfte einen Rahmen, um sich über bewährte Verfahren (best practices) auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene auszutauschen.

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und die darin vereinbarten 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) wurden auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 25.09.2015 beschlossen. Diese Ziele bauen auf den Milleniumsentwicklungszielen aus dem Jahr 2000 auf, die in 2015 ausgelaufen sind.

Die 17 neuen Ziele sind:

  1. Armut beenden
  2. Hunger beenden, Ernährung sichern
  3. Gesundheit für alle
  4. Bildung für alle
  5. Gleichberechtigung von Frauen und Männern
  6. Wasser und Toiletten für jede(n)
  7. Erneuerbare Energie für alle
  8. Gute Arbeit für alle
  9. Breitenwirksame Industrialisierung und verlässliche Infrastruktur
  10. Ungleichheit verringern
  11. Lebenswerte Städte
  12. Nachhaltige Produktions- und Konsumweisen
  13. Umfassender Klimaschutz
  14. Meere schützen
  15. Naturvielfalt erhalten
  16. Frieden und Rechtsstaatlichkeit
  17. Globale Partnerschaft

Für die Europäische Kommission bilden diese Ziele einen umfassenden Aktionsplan und sind in allen Arbeitsbereichen der Kommission verankert, außerdem werden sie mit allen Partnern, mit denen die Europäische Kommission zusammenarbeitet, geteilt.

Auf der ersten Tagung vereinbarten die Mitglieder der neuen Plattform, einen gemeinsamen Beitrag zum Diskussionspapier der Europäischen Kommission "Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Europa" von 2030 auszuarbeiten, das die Europäische Kommission in ihrem Arbeitspapier für 2018 angekündigt hatte und das noch in diesem Jahr angenommen werden soll. In diesem Zusammenhang wollen die Mitglieder u.a. diskutieren, wie die Nachhaltigkeitsziele im Mehrjährigen Finanzrahmen umfassend eingebaut werden können, wie inklusives und nachhaltiges Wachstum geschaffen und wie Fortschritte bei der Umsetzung überwacht werden können.

Hintergrund:

Die Nachhaltigkeitsziele wurden durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 25.09.2015 verabschiedet. Auf dem Treffen war ebenfalls der 1. Vize-Präsident der Europäischen Kommission dabei und sagte in seiner Rede, die 17 neuen UN-Ziele seien wichtig, um allen Menschen die Chance auf eine gute Zukunft zu eröffnen; mangelnde Entwicklung sei nicht nur eine Problem der betroffenen Länder, sondern auch für andere, denn Armut und fehlende Perspektiven verursachten Konflikte, die sich über Grenzen verbreitetn. Die bisherigen Lebens- und Wirtschaftsmodelle seien nicht zukunftstauglich, die Menschheit müsse ihre Geschäftsmodelle und ihre Beziehung zur Natur überdenken. Deshalb gehe es bei den neuen Zielen nicht nur darum, was in weniger entwickelten Ländern zu tun sei, sondern auch darum, was in den Industriestaaten verändert werden müsse.

Die EU wolle die Umsetzung der Ziele sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU voranbringen, innerhalb z.B. durch Initiativen wie die Strategie zum Aufbau einer wirklichen Kreislaufwirtschaft , die auf nachhaltigere Produktions- und Konsummuster setzt und eine Abkehr von der Wegwerfgesellschaft bedeutet, außerhalb im Rahmen ihrer Kooperation mit anderen Ländern in der Umsetzung der UN-Agenda für 2030.

Quelle und weitere Informationen:

  • EU-Aktuell vom 11.01.2017
  • EU-Nachrichten Nr. 16/2015 vom 08.10.2015