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Herbst-Eurobarometer-Umfrage der EU. Mehrheit der EU-Bürger/innen und der Deutschen sieht EU als Hort der Stabilität

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Die Eurobarometer-Umfrage der Europäischen Kommission von Mitte November 2017 zeigt, dass die Mehrheit der EU-Bürger/innen und der deutschen ein positives und stabiles Bild von der EU haben. Die Befragten sehen die EU "als Hort der Stabilität in einer unruhigen Welt", 71% der Europäer/innen und 81% der Deutschen bringen diese Ansicht zum Ausdruck. Gleichzeitig beurteilen 57% der EU-Bürger/innen und 64% der deutschen die Zukunft der EU zuversichtlich.
Im Zusammenhang mit der Erläuterung der Ergebnisse sagte der Leiter der Deutschen Vertretung der Europäischen Kommission, Richard Kühnel: "Vor Beginn des Jahres 2018, dem Jahr der großen europäischen Entscheidungen, blicken die Bürger Europas optimistisch in die gemeinsame Zukunft. Das ist genau der Rückenwind, den die EU braucht, um vereinter, stärker und demokratischer zu werden. Nun bedarf es noch einer neuen deutschen Bundesregierung, die ihre Vorstellungen einbringt."

Auch die Lage der europäischen Wirtschaft wird positiv eingeschätzt, 62 5 der deutschen Bürger/innen und 48% der Befragten EU-weit beurteilen die Lage der Wirtschaft in Europa positiv. Zudem sind 48% der Europäer/innen der Meinung, dass die nationale Wirtschaftslage gut ist, dieses Umfrageergebnis stellt seit Herbst 2007 den höchsten Wert dar. Gleichzeitig hat sich in 19 Mitgliedstaaten die Wahrnehmung verstärkt, dass die nationale Wirtschaftslage positiv ist, in Deutschland und in den Niederlanden sind dies 91%, in anderen EU-Mitgliedstaaten hat das Vertrauen, dass die Wirtschaftslage besser wird, erhöht, in Finnland um 12% auf 71%, in Slowenien ebenfalls um 12% auf 46%, in Österreich und in Ungarn jeweils um 9% auf 77% bzw. 50%.

Interessant ist die Frage nach den Sozialsystemen in der EU, 64% der Befragten äußern die Ansicht, dass die Sozialsysteme innerhalb der EU harmonisiert werden sollten, in Deutschland sind nur 53% der Bürger/innen dieser Meinung.

Die besten Ergebnisse seit 2004 erzielt das Vertrauen in den Euro; im Euroraum unterstützen drei Viertel der Befragten, nämlich 74% die gemeinsame Währung, in sieben Ländern liegt die Unterstützung bei 80% und darüber: Slowakei, Belgien, Deutschland, Spanien, Estland, Irland und Slowenien.

Nach ihrem Bild über die EU befragt, haben 45% der deutschen und 40% der Europäer/innen ein positives Bild von der EU, insgesamt haben in 14 EU-Mitgliedstaaten die Bürger/innen ein positives Bild von der EU, am höchsten sind die Werte in Irland (59%) und in Bulgarien und in Luxemburg (57%).

Das Vertrauen in die EU liegt auf ähnlichem Niveau, in Deutschland bei 47%, im EU-Durchschnitt bei 41%, besonders groß ist das Vertrauen in Litauen (64%), in Bulgarien (57%) und in Luxemburg (56%).

Daraus resultiert, dass die Mehrheit der Menschen in Europa die Zukunft der EU optimistisch sieht, insgesamt sind es 57%, in 26 von 28 EU-Mitgliedstaaten überwiegt der Optimismus (außer in Großbritannien und Griechenland), besonders groß ist der Optimismus in Irland (80%), in Luxemburg (72%) und in Malta (70%), in Deutschland sind es 64% der Bevölkerung, die der EU eine gute Zukunft geben.

Dass ihre Stimme in Europa zählt, glauben 44% der Europäer/innen und 66% der Deutschen, das ist auch hier der höchste Wert seit 2004. Zu diesem Ergebnis passt, dass sich 70% der EU-Bürger/innen als Europäer/innen fühlen, in Deutschland sind es 82%. Auf die Frage, ob sie glücklich sind, in der EU zu leben, beantworten dies 89% der Deutschen mit Ja, im Durchschnitt sind es 78% der Befragten.

Die Themen, die die Menschen bewegt, sind in der Reihenfolge die Einwanderung (39%, 47% in Deutschland), der Terrorismus (38%, in Deutschland 29%), die Wirtschaftslage (17%, in Deutschland 13%), die öffentliche Finanzen der Mitgliedstaaten (16%, in Deutschland 22%) und die Arbeitslosigkeit (EU-weit und in Deutschland 13%). Für die nationale Ebene werden weiterhin Arbeitslosigkeit (25%) und Einwanderung (22%) als größte Problemfelder genannt, in Deutschland nennen 40% Einwanderung und 22% das Bildungssystem als größte nationale Herausforderung.

Die wichtigsten Errungenschaft in der EU sind für die Bürger/innen in Europa die Achtung von Demokratie, Menschenrechten und die Rechtstaatlichkeit (47%, in Deutschland 31%).

Hintergrund:

Die Europäische Kommission lässt zweimal jährlich Umfragen unter den Bürger/innen der EU-Mitgliedstaaten und in den Kandidatenländern durchführen, die Herbstumfrage 2017 wurde zwischen dem 05. Und 19.11.2017 in Form von Direktbefragungen durchgeführt; insgesamt wurden 33.193 Personen in allen EU-Mitgliedstaaten und in den Beitrittskandidaten befragt.

Quelle und weitere Informationen:

  • EU-Aktuell vom 19.12.2017