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Das EDIC Mittlerer Niederrhein war Gastgeber eines Informationsseminars zum EU-Programm "Europa für Bürgerinnen und Bürger" im Kreishaus Neuss

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Gemeinsam mit der Nationalen Kontaktstelle "Europa für Bürgerinnen und Bürger" hat der Rhein-Kreis Neuss mit seinem Europe Direct Informationszentrum Mittlerer Niederrhein zu einem Informationsseminar zum gleichnamigen EU-Förderprogramm ins Kreishaus Neuss eingeladen. Vor 15 Teilnehmerinnen, die überwiegend aus Partnerschafts- und Verkehrsvereinen, aber auch aus der Schule und Politik kamen, stellte Jeanette Franza, Referentin von der Kulturpolitischen Gesellschaft in Bonn e.V. die Förderaktionen des Programms vor, das den transnationalen Austausch in und über Europa, zu europäischen Themen zwischen Städten und Gemeinden, Partnerschaftsvereinen und nicht gewinnorientierten Organisationen u.a. in den verschiedenen EU-Mitgliedstaaten finanziell unterstützt.

Zur Begrüßung und Einleitung in das Seminar hieß der stellvertretende Landrat des Rhein-Kreises Neuss, Dr. Hans-Ulrich Klose, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich willkommen und stellte die Bedeutung des EU-Programms hervor, das im Wesentlichen finanzielle Unterstützung für grenzüberschreitende Begegnungen bereitstelle, damit Bürgerinnen und Bürger sich kennenlernen, Erfahrungen austauschen und gemeinsame Idee umsetzen könnten, die allen Regionen und Menschen in der EU zugute kommen sollen. Nach den Erfahrungen des 2. Weltkrieges sei dies nicht immer selbstverständlich gewesen, doch die lange Einigungsgeschichte Europas habe es möglich gemacht, dass sich heute Menschen aus allen 28 EU-Mitgliedstaaten treffen und gemeinsame Projekte initiieren und realisieren könnten; deswegen sei dieses EU-Programm sehr zu begrüßen und er hoffe, dass das Seminar helfen könne, Ideen und europäische Projekte auf den Weg und zur Umsetzung zu bringen.  Dr.Klose dankte Frau Franza für Ihr Kommen und für die Kooperation mit dem Europe Direct Informationszentrum Mittlerer Niederrhein.

Um die Intention des Programms zu verdeutlichen, zeigte Frau Franza zu Beginn ihres Vortrags ein Bild der Brücke zwischen Görlitz und seiner polnischen Partnerstadt, die von den Bürgern überquert werden soll, um gegenseitiges Kennenlernen und Lernen miteinander sowie Auseinandersetzung mit aktuellen europäischen Themen zu ermöglichen. Im Rahmen verschiedener Antragsmöglichkeiten sollen gemeinsame Vorhaben das Bewusstsein der Beteiligten über die europäische Geschichte stärken und Kenntnisse über die EU und ihr politisches System vermitteln. Bürgerinnen und Bürger sollen sich miteinander austauschen, wie sie die Zukunft Europas sehen und sich selbst an der Gestaltung der Europäischen Integration beteiligen; gleichzeitig sollen die grenzüberschreitenden Treffen und Netzwerke die europäische Integrationsidee befördern und Populismus und Vorurteile entgegenwirken.

Das Programm, das in den Jahren 2014 - 2020 mit 185,4 Mio. € ausgestattet ist, fördert Projektkosten und gewährt Betriebskostenzuschüsse. So finanziert das Programm z.B. bis zu 25.000,- € für gegenseitige Bürgerbegegnungen zwischen zwei Städten oder Gemeinden aus zwei verschiedenen EU-Mitgliedsländern bzw. teilnehmenden europäischen Staaten, die durch eine Freundschaft oder eine Partnerschaft miteinander verbunden sind. Die Schwerpunkte für das Jahr 2018 und der Leitfaden, der eine ausführliche Beschreibung der Projektmöglichkeiten und der Antrags- und Bewilligungskriterien enthalte, werde Anfang Januar 2018 veröffentlicht. Es könnten grenzüberschreitende Projekte (mit mindestens zwei Partnern aus den am Programm teilnehmenden Staaten, davon ein EU-Mitgliedsland) in allen 28 EU-Mitgliedstaaten und in den assoziierten Ländern Mazedonien, Montenegro, Serbien, Albanien und Bosnien durchgeführt werden; Antragsteller könnten Städte und Gemeinden, Partnerschaftsvereine und nicht gewinn-orientierte Organisationen mit eigenem Rechtsstatus sein. In einem Projekt sollten möglichst viele Zielgruppen und Akteure generationsübergreifend zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt von Begegnungen und Projekten müssten aktuelle EU-Themen, wie die Flüchtlingskrise, die Zukunftsszenarien der Europäischen Kommission für die EU bis 2025, das Europäische Solidaritätskorps und interkultureller Dialog oder auch das Europäische Jahr des Kulturerbes stehen. Ausdrücklich machte Frau Franza deutlich, dass das Programm keine touristischen Begegnungen fördere, sondern nur Zusammentreffen, die im Rahmen von workshops, Seminaren und Konferenzen ein aktuelles EU-Thema aus der Sicht der teilnehmenden Akteure diskutierten. Für die Bewilligung entscheidend sei, dass das beantragte Projekt einen sog. europäischen Mehrwert habe, d.h. die Kooperation zwischen den Partnern auch nach dem Ende des Vorhabens weitergehe und die Projektresultate auch anderen Regionen in den teilnehmenden europäischen Mitgliedstaaten zugute kommen könnten.

Die Umsetzung des Programms und die Bewilligung der Anträge erfolge über eine externe Exekutivagentur in Brüssel, die gemeinsam mit externen Gutachtern die Projektvorschläge beurteile, die Nationale Kontaktstelle in Bonn stehe für Fragen und Rat zur Verfügung und sei auch bereit, über ausgefüllte Projektanträge kritisch zu lesen und noch Tipps für eine gelingende Antragstellung zu geben. Auch bei der Partnersuche könne die Kontaktstelle behilflich sein, da sie selbstverständlich Kontakt zu den nationalen Kontaktstellen in den teilnehmenden europäischen Ländern habe und auch des Öfteren an europäischen Konferenzen teilnehme und hier immer Gelegenheit bestehe, Projekte vorzustellen.