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DOKULIVE-Show "60 Jahre Römische Verträge, 60 Jahre Europa – eine Bilanz" vermittelt Europäische Einigungsgeschichte und Erfolge der Europäischen Union bis heute

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Auf Vermittlung und mit finanzieller Unterstützung des Europe Direct Informationszentrums Mittlerer Niederrhein fand am 12.09.2017 an zwei Schulen in der Region die DOKULIVE Show „60 Jahre Römische Verträge, 60 Jahre Europa – eine Bilanz“ statt.

Die DOKULIVE Show ist eine von dem Politikwissenschaftler Ingo Espenschied zusammengestellte Multi Media Vorstellung, die mit einer Mischung aus historischen Filmausschnitten aus alten Wochenschauen und Fernsehsendungen, historischen Fotos und Plakaten sowie Interviews den Weg der europäischen Einigung nach dem 1. Weltkrieg bis zum 60jährigen Bestehen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der heutigen Europäischen Union nachzeichnet. Am Adolfinum Gymnasium in Moers und in der Käthe Kollwitz Gesamtschule in Grevenbroich führte Espenschied durch die historische Zeitreise, erläuterte und erklärte wichtige europäische Integrationsschritte und –erfolge, wie die Gründung des paneuropäischen Kongresses in Den Haag 1946 und des Europarates 1947 bis zum Jahr 1950, das den mit dem Schuman-Plan den Anfang der heutigen Europäischen Union markiert. Der wirkliche erste stabile europäische Integrationsschritt erfolgte durch die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl 1951, die auf eine Initiative und Idee des französischen Außenministers Robert Schumann zurückging und die Deutschland unter dem europäischen Kanzler Konrad Adenauer zurück in die westeuropäische Welt führte; nur sechs Jahre später unterzeichneten Deutschland und Frankreich gemeinsam mit den Beneluxstaaten und Italien am 27. März 1957 die Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft. Die EWG wiederum entwickelte sich über die Jahrzehnte zur Europäischen Union, die ihren Rechtsstatus durch den Vertrag von Maastricht im Jahr 1993 erhielt und zugleich die Wirtschafts- und Währungsunion zusammen mit dem Euro errichtete. Am 25. März 2017 wurde der 60jährige „Geburtstag“ der Unterzeichnung der Römischen Verträge feierlich von allen 28 Staats- und Regierungschefs der EU in Rom begangen und mit der „Erklärung von Rom“ begangen. Zwischen 1957 und 2017 liegen sieben Erweiterungsrunden von sechs auf neun, dann 12, 15, 25, 27 und schließlich mit dem Beitritt von Kroatien auf 28 EU-Mitgliedstaaten und eine gleichzeitige Erweiterung um die großen Zukunftsthemen, wie den EU-Binnenmarkt, die Wirtschafts- und Währungsunion, die Sicherheits- und Außenpolitik. Die Multi Media Show machte deutlich, dass alle Schritte der Erweiterung auch mit Schwierigkeiten und Problemen, sogar Krisen verbunden waren, wie die Wirtschafts- und Währungskrise in den Jahren 2008 bis 2015 und die seit 2015 andauernde Flüchtlingskrise.
Die EU stehe aber im Jahr ihres Jubiläums wieder auf festen und sicheren Fundamenten, sie sei heute nach den USA die zweitstärkste Wirtschaftsmacht der Welt, der Euro sei die zweitwichtigste Währungsreserve und die EU habe zwischenzeitlich auch eine eigene Sicherheits- und Verteidigungspolitik auf den Weg gebracht. Im Zeichen des drohenden Austritts von Großbritannien und der immer noch nicht gelösten Flüchtlingskrise seien allerdings neue Herausforderungen zu meistern, die die EU nur gemeinsam mit den Mitgliedstaaten bewältigen könne; hierfür seien Solidarität, die Bereitschaft zu Kompromissen und der Übernahme von Verantwortung erforderlich.
Im Anschluss an die Vorführungen diskutierten die Schülerinnen und Schüler mit Espenschied und der Leiterin des Europe Direct Informationszentrums Mittlerer Niederrhein zahlreiche Fragen und aktuelle EU-Themen, wie die Flüchtlingskrise und Fragen zur Migration, zur Wirtschafts- und Währungsunion und den drohenden Austritt Großbritanniens. Es bestand zum Abschluss der Veranstaltung Einvernehmen, dass der weitere Weg der EU ein stetiger Prozess sei, den Brüssel, alle Regierungsebenen aber auch die Bürgerinnen und Bürger in den EU-Mitgliedstaaten gemeinsam gehen müssten, um Themen und Ziele zu bestimmen und umzusetzen. Über allem Fortschritt müsse die Erkenntnis stehen, dass die Europäische Einigung zum Vorteil für seine Mitgliedstaaten und vor allem für seine Bürgerinnen und Bürger stattfinden müsse, um dies zu erreichen, müssten auch alle mitdenken und mitgestalten, d.h. sich, wo immer möglich, aktiv einbringen (z.B. Europäische Bürgerinitiative).