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Initiative für die Jugend: Europäische Kommission legt Strategie für hochwertige, inklusive, zukunftsorientierte Bildung vor

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Das Thema Bildung spielt in einer globalisierten Welt eine immer größere Rolle; dies wird gerade in den letzten Wochen im Zuge der anstehenden Bundestagswahlen deutlich. Die Europäische Kommission hat seit vielen Jahren einen Schwerpunkt auf den Bereich Bildung und hier besonders für die Jugend gelegt. Bereits Ende Mai 2017 hat sie eine neue Initiative vorgestellt, mit der sie die EU-Mitgliedstaaten bei der Bereitstellung hochwertiger und inklusiver Bildung für alle jungen Menschen unterstützen will.

Zu Beginn ihrer Ausführungen weist die Europäische Kommission daraufhin, dass Entscheidungen im Bildungsbereich in der Hoheit der Mitgliedstaaten und ihrer regionalen Ebene (in Deutschland die Bundesländer) liegen (gem. Art. 165 und 166 Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union). Die EU habe nur die Kompetenz, die Mitgliedstaaten in ihrer Bildungspolitik zu unterstützen. Nach Beobachtung der Europäischen Kommission gibt es bei den Schulen drei Bereiche, in denen ihrer Ansicht nach gehandelt werden muss und in denen eine Unterstützung durch die EU zur Bewältigung wichtiger Herausforderungen beitragen kann:

  1. Steigerung der Qualität und Inklusivität der Schulen
  2. Unterstützung herausragender Lehrkräfte und Schulleitungen
  3. Verbesserung der Governance der schulischen Bildungssysteme

Ergänzend hierzu schlägt die Europäische Kommission vor, das Voneinander-Lernen zu fördern, die Faktenlage darüber, was im Bildungsbereich funktioniert, zu stärken und nationale Reformen in Mitgliedstaaten, die dies wünschen, zu unterstützen. Folgende Unterstützung bietet die Europäische Kommission an: Förderung der Kompetenzentwicklung und des interkulturellen Lernens durch Schulpartnerschaften, Mobilitäts- und eTwinning-Projekte im Rahmen von Erasmus+; Stärkung des Peer Learnings in Bezug auf die Laufbahnmöglichkeiten und die berufliche Weiterentwicklung von Lehrkräften sowie Schulleiterinnen und Schulleitern sowie Einrichtung eines neuen Unterstützungsmechanismus für Mitgliedstaaten, die Hilfe bei der Entwicklung und Umsetzung von Bildungsreformen anfordern.

Die neue Strategie für die Hochschulbildung baut auf der Modernisierungsagenda von 2011 auf. In der Mitteilung legt die Kommission ihre Pläne für vier prioritäre Bereiche dar:

  • Absolventinnen und Absolventen sollen nach ihrem Abschluss über die Kompetenzen verfügen, die sie und die moderne Wirtschaft benötigen;
  • die Hochschulsysteme sollen inklusiv werden;
  • Hochschuleinrichtungen sollen zur Innovation in den übrigen Bereichen der Wirtschaft beitragen;
  • Hochschuleinrichtungen und Regierungen sollen unterstützt werden, um die zur Verfügung stehenden Human- und Finanzressourcen bestmöglich zu nutzen.

Die Europäische Kommission möchte, dass der Hochschulbereich zu mehr Wachstum und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beiträgt; um dies zu erreichen, müssten die Universitäten ihre Studienpläne an die derzeitigen und zukünftigen Erfordernisse der Wirtschaft und der Gesellschaft anpassen. Zusätzlich benötigten Studierende aktuelle, zuverlässige Informationen, die ihnen bei der Studienwahl helfen. Um hier Anreiz und Unterstützung zu geben, hat die Europäische Kommission im Rahmen des Pakets auch einen Vorschlag für eine Empfehlung des Rates zur Werdegang-Nachverfolgung vorgelegt, der neben Hochschul- auch Berufsbildungsabsolventinnen und -absolventen abdeckt. So hofft die Europäische Kommission, dass die nationalen Behörden ermutigt und unterstützt werden, die Qualität und Verfügbarkeit von Daten über den Berufs- oder den weiteren Bildungsweg dieser Absolventinnen und Absolventen zu verbessern.

Quelle und weitere Informationen:

  • EU-Aktuell vom 30.05.2017