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Freihandel muss ein fairer Handel werden: EU-Kommission stellt Reflexionspapier zur Globalisierung vor

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Die Europäische Kommission hat ihr Reflexionspapier "Globalisierung meistern" zum zukünftigen Umgang mit der Globalisierung und ihren Effekten zum Nutzen der Bürger und der Wirtschaft in der Europäischen Union vorgestellt. Auf der Basis einer ausgewogenen Bewertung der Vor- und Nachteile der Globalisierung will die Kommission eine Diskussion anstoßen, wie die EU und ihre Mitgliedstaaten den Globalisierungsprozess so gestalten können, dass negative Entwicklungen frühzeitig erkannt und die Chancen daraus genutzt werden. "Die Globalisierung ist gut für die europäische Wirtschaft insgesamt; das hat für unsere Bürgerinnen und Bürger jedoch wenig zu bedeuten, wenn die Vorteile nicht gerecht und gleichmäßiger verteilt werden", sagte der Erste Vizepräsident der Kommission Frans Timmermans bei der Vorstellung des Reflexionspapiers in Brüssel.

Europa müsse dazu beitragen, das globale Regelwerk umzuschreiben, sodass Freihandel ein fairer Handel werde. Auf diese Weise werde die Globalisierung nachhaltig und komme allen Menschen in Europa zugute. Eine bessere Umverteilung werde helfen, den sozialen Zusammenhalt und die Solidarität zu gewährleisten, auf denen die EU beruhe, so Timmermans weiter.

Der für Arbeitsplätze, Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission, Jyrki Katainen, betonte, dass die Globalisierung eine mächtige Kraft sei, die für Europa und die übrige Welt Vorteile, aber eben auch viele Herausforderungen bereithalte. Um die Vorteile der Offenheit zu bewahren, aber auch auf deren Nachteile zu reagieren, müsse Europa für eine wirksamere, auf Regeln gegründete Weltordnung eintreten, entschieden gegen unfaire Praktiken vorgehen sowie angesichts eines sich rasch wandelnden Umfelds unsere Gesellschaften robuster und unsere Volkswirtschaften wettbewerbsfähiger machen."

Das Reflexionspapier "Die Globalisierung meistern" schließt sich an das Weißbuch über die Zukunft Europas vom 1. März 2017 an, in dem die größten Herausforderungen und Chancen für Europa in den nächsten zehn Jahren behandelt werden.

Im Reflexionspapier wird unvoreingenommen untersucht, was die Globalisierung der EU gebracht hat. Tatsache ist, dass die Union von der Globalisierung zwar stark profitiert, aber auch vor viele Herausforderungen gestellt wird. Auf der ganzen Welt trug die Globalisierung dazu bei, dass Hunderte Millionen Menschen aus der Armut herauskamen und ärmere Länder aufholen konnten. Was die EU betrifft, so treibt der Welthandel das Wirtschaftswachstum in der Union voran, wobei mit jeder Milliarde Euro zusätzlicher Ausfuhren 14.000 Arbeitsplätze unterstützt werden. Von billigeren Einfuhren profitieren gerade auch ärmere Haushalte. Diese Vorteile ergeben sich allerdings nicht automatisch, und sie verteilen sich auch nicht gleichmäßig zwischen den Bürgerinnen und Bürgern in der EU.

Das Reflexionspapier eröffnet eine existenziell wichtige Debatte darüber, wie die EU diesen Prozess am besten bewältigen und auf die daraus erwachsenden Chancen und Herausforderungen reagieren kann.

Die Reihe der Reflexionspapiere wird demnächst mit weiteren Papieren zu folgenden Themen fortgesetzt:

  • Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion auf der Grundlage des Berichts der fünf Präsidenten vom Juni 2015,
  • Zukunft der Verteidigung Europas,
  • Zukunft der EU-Finanzen.

Weitere Informationen:

  • Pressemitteilung: Reflexionspapier der Kommission: "Die Globalisierung meistern"
  • Reflexionspapier "Die Globalisierung meistern"