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Fortschritte bei EU-Strategie für Menschen mit Behinderungen

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Der von der Europäischen Kommission veröffentlichte Fortschrittsbericht zur Umsetzung der Europäischen Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2010-2020 zeigt Erfolge in den Bereichen Barrierefreiheit, Teilhabe, Gleichstellung, Beschäftigung, Allgemeine und berufliche Bildung, Sozialer Schutz, Gesundheit und Maßnahmen im Außenbereich. Weiterer Handlungsbedarf besteht jedoch insbesondere noch im Beschäftigungsbereich. Auch sind Menschen mit Behinderungen stärker von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht.

EU-Kommissarin Marianne Thyssen, zuständig für Beschäftigung, Soziales und Integration, erklärte zur Veröffentlichung des Fortschrittsberichts: "Der Bericht zeigt, dass die Ziele der zehnjährigen Strategie uneingeschränkt relevant bleiben. 2020 wird es etwa 120 Millionen Europäer mit einer Behinderung geben. Die Initiativen der EU haben in den zurückliegenden Jahren eine bedeutende Rolle gespielt. Daher müssen wir uns weiter darum bemühen, die Barrieren zu durchbrechen, die Menschen mit Behinderung davon abhalten, vollständig an unseren Arbeitsmärkten und unserer Gesellschaft teilzuhaben. Die bevorstehende Annahme einer Europäischen Säule für Soziale Rechte wird unsere Anstrengungen zugunsten eines sozialeren, zunehmend inklusiven Europas für alle weiter voranbringen."

Aktuelle Initiativen wie die Richtlinie über den barrierefreien Zugang zu Websites und der Vorschlag eines Europäischen Rechtsakts zur Barrierefreiheit, so Thyssen, seien bedeutende Schritte, um die Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen zu verbessern. Das Projekt des EU-Behindertenausweises, welches bereits in acht Mitgliedstaaten getestet wurde, wird es außerdem Menschen mit Behinderungen erleichtern, in EU-Mitgliedstaaten zu reisen.

Dennoch verbleiben große Herausforderungen. Mit zunehmender Lebenserwartung steigt die Anzahl von Europäern mit Behinderungen beträchtlich. Die Beschäftigungsrate dieser Bevölkerungsgruppe ist mit 48,7 Prozent noch immer sehr viel geringer als die von Menschen ohne Behinderungen (72,5 Prozent). Außerdem sind 30 Prozent der Menschen mit Behinderung in der EU von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Bei Menschen ohne Behinderung liegt der Anteil bei 21,5 Prozent.

Die Europäische Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen ist das Hauptinstrument, mit dem die EU an der Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen arbeitet.

Weitere Informationen:

  • Europäische Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen (2010-2020)
  • Richtlinie über den barrierefreien Zugang zu Websites
  • Pressemitteilung: Kommission legt Vorschlag für verbesserte Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen vor
  • EU-Behindertenausweises