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Herbstprognose: Moderates Wachstum in schwierigen Zeiten

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Die europäische Wirtschaft wird voraussichtlich auch weiterhin in moderatem Tempo wachsen. In ihrer Herbstprognose geht die Europäische Kommission von einem BIP-Wachstum im Euroraum von 1,7 Prozent für 2016 (Deutschland 1,9 Prozent), 1,5 Prozent für 2017 und 1,7 Prozent für 2018 aus. Einen ähnlichen Verlauf dürfte das BIP-Wachstum in Deutschland und der Gesamt-EU nehmen. "Angesichts der größeren globalen Unsicherheit ist es nun wichtiger denn je, an einer soliden und vorsichtigen Wirtschafts- und Haushaltspolitik festzuhalten. Gleichzeitig müssen wir die gesellschaftlichen Ungleichheiten angehen, damit sich niemand im Stich gelassen fühlt", erklärt der für den Euro und den sozialen Dialog zuständige Vizepräsident Valdis Dombrovskis. Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici sagt: "Mut machen vor allem das Tempo, mit dem nicht zuletzt dank der jüngsten Reformen in vielen Ländern Arbeitsplätze geschaffen werden, die sinkenden Haushaltsdefizite im Euroraum, der Anstieg der Investitionen und der dynamischere EU-interne Handel."

Hauptwachstumsmotor dürfte bis Ende 2018 auch weiterhin der Privatkonsum sein, der durch die Erwartung weiter steigender Beschäftigungszahlen und leicht steigender Löhne begünstigt wird. Auch die Fremdfinanzierungskosten wirken sich weiterhin positiv auf das Wachstum aus. Das Haushaltsdefizit des gesamten Euroraums dürfte sich weiter abschwächen, während haushaltspolitisch weiterhin ein nicht restriktiver Kurs verfolgt werden dürfte. Die Investitionen werden voraussichtlich weiter ansteigen.

Doch die politische Ungewissheit, das verhaltene Wachstum außerhalb der EU und der schwache Welthandel wirken sich negativ auf die Wachstumsaussichten aus. Auch besteht weiterhin die Gefahr, dass die schwache Wirtschaftsleistung der letzten Jahre das Wachstum dämpfen könnte. Die anhaltende Unterauslastung der Wirtschaft deutet darauf hin, dass die Wirtschaft schneller wachsen könnte, ohne übermäßigen Inflationsdruck zu erzeugen. Darüber hinaus wird sich die europäische Wirtschaft in den kommenden Jahren nicht mehr auf außerordentlich begünstigende externe Faktoren wie die fallenden Ölpreise und die Währungsabwertung stützen können.

Obgleich sich der Trend stark divergierender Wirtschaftsleistungen fortsetzt, liegt das BIP der EU nun über dem Vorkrisenniveau, in einigen Mitgliedstaaten sogar mehr als 10 Prozent über dem Tiefststand. Es ist davon auszugehen, dass die Wirtschaftsleistung aller Mitgliedstaaten im Verlauf des Prognosezeitraums weiter zunimmt - wenngleich nicht in gleichgroßem Umfang.

Hintergrund

Diese Prognose basiert auf verschiedenen externen Annahmen in Bezug auf Wechselkurse, Zinssätze und Rohstoffpreise, die sich auf Daten bis zum 24. Oktober 2016 beziehen. Die verwendeten Zahlen spiegeln die zum Zeitpunkt der Prognose von Derivatemärkten abgeleiteten Markterwartungen wider. Bei allen anderen herangezogenen Daten, einschließlich der Annahmen in Bezug auf staatliche Maßnahmen, wurden in dieser Prognose Informationen bis einschließlich 31. Oktober 2016 berücksichtigt. Inkludiert wurden lediglich glaubwürdig angekündigte politische Maßnahmen, die angemessen detailliert spezifiziert wurden. Den Projektionen liegt die Annahme einer unveränderten Politik zugrunde.