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Europäische Kommission legt Strategie zur kulturellen Zusammenarbeit mit Drittländern vor

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Am 08. Juni 2016 hat die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini eine Strategie zur verstärkten kulturellen Kooperation mit Drittländern und internationalen Partnern vorgelegt. Ziel der neuen Strategie ist nicht nur die interkulturelle, sondern auch die interreligiöse Kooperation. Zur Umsetzung der einzelnen Bausteine der Strategie sollen die 139 Vertretungen der Europäischen Kommission (u.a. in den 28 EU-Mitgliedstaaten) mit den jeweiligen nationalen Kulturinstituten und -stiftungen, NGO's, Zivilgesellschaft und privaten und öffentlichen Unternehmen zusammenarbeiten.

Die Europäische Kommission nennt drei Ziele der Kulturstrategie:

Förderung der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung: Sie verweist darauf, dass die ökonomischen Vorteile des kulturellen Sektors zu oft übersehen werden. Nach den vorliegenden Daten in den entwickelten Ländern und den Entwicklungsländern trägt der Bereich Kultur, abhängig vom Land und den Rahmenbedingungen zwischen 2 und 7% zum nationalen BIP bei, was mehr sei als mancher traditionelle Industriesektor erwirtschafte. In der EU seien mehr als 7 Mio. Arbeitsplätze in der Kulturwirtschaft angesiedelt. Daher stehe die neue Kulturstrategie auch für inklusives Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Förderung des interkulturellen Dialogs und der interreligiösen Beziehungen: Sowohl der interkulturelle als auch der interreligiöse Dialog seien der Schlüssel für die dauerhafte Schaffung von fairen, friedlichen und inklusiven Gesellschaften in der Welt, in der die kulturelle Diversifizierung und der Respekt vor den Menschenrechten Gültigkeit hätten. Der interkulturelle Dialog soll nach den Vorstellungen der Europäischen Kommission durch friedenschaffende kulturelle Aktivitäten und den Austausch zwischen jungen Leuten, Studenten, Forschern und Wissenschaftlern gefördert und umgesetzt werden. Zur Unterstützung der gemeinsamen Zusammenarbeit hat die Europäische Kommission bereits im Februar 2016 eine Plattform für Kulturdiplomatie eingerichtet; ein Konsortium von nationalen Kulturinstituten und weitere Partner werden die Plattform betreiben und Strategieberatung anbieten, Vernetzungsaktivitäten fördern und Schulungsprogramme für kulturelle Führung erarbeiten.

Verstärkung der Kooperation zum Erhalt des kulturellen Erbes: Der Erhalt des kulturellen Erbes ist für die Europäische Kommission Ausdruck von kultureller Diversität und fördere zudem den Tourismus und wirtschaftliches Wachstum. Sie wolle daher mit den kulturellen Partnern in den interessierten Ländern gemeinsame Aktionen zur Entwicklung von nachhaltigen Strategien für den Schutz von Kulturgütern erarbeiten und nennt als wesentliche Bausteine Training, die Entwicklung von benötigten Kenntnissen und den Erfahrungsaustausch; in diesem Zusammenhang plant die Europäische Kommission auch einen Rechtsakt zur Regulierung des Imports von geschützten Kulturgütern in die EU. Zudem wurde das Jahr 2018 zwischenzeitlich zum Europäischen Jahr des kulturellen Erbes ausgerufen (siehe nachfolgenden Artikel).

Anlässlich der Verkündung der neuen Kulturstrategie sagte die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Federica Mogherini, "Kultur muss ein fester Bestandteil unserer Außenpolitik sein. Kultur ist ein wirksames Instrument, um Brücken zwischen Menschen und vor allem der Jugend zu bauen und für ein besseres gegenseitiges Verständnis zu sorgen. Auch für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung kann Kultur ein Motor sein. Angesichts gemeinsamer Herausforderungen kann Kultur für uns alle in Europa, Afrika, im Nahen Osten und in Asien ein Mittel sein, vereint gegen Radikalisierung vorzugehen, wo dies nötig ist, und eine Allianz der Zivilisationen gegen diejenigen zu bilden, die einen Keil zwischen uns treiben möchten. Darum muss die Kulturdiplomatie in unseren Beziehungen mit der Welt von heute immer weiter in den Mittelpunkt rücken".

Quelle und weitere Informationen:

  • EU-Aktuell vom 08.06.2018