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Transatlantische Konferenz der Europäischen Kommission bestätigt Fortschritte bei der Fortentwicklung der Kapitalmarktunion

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Auf einer transatlantischen Konferenz zur Kapitalmarktunion am 06. Juni 2016, zu der die Europäische Kommission nach Berlin eingeladen hatte, und an der Vertreter der EU-Organe, der US-Regierung, des German Marshall Fund oft he United States, des Bundestages, des Finanzsektors und Wissenschaftler teilnahmen, wurde allgemein festgestellt, dass es auf dem Weg zu einer Kapitalmarktunion Fortschritte gegeben habe.

Die von der Europäischen Kommission angestrebte Kapitalmarktunion soll der Wirtschaft, insbesondere den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU's) helfen, leichter an Finanzmittel und damit Kredite zu kommen, um zu expandieren und Arbeitsplätze zu schaffen. Gleichzeitig sollen die Finanzierungsbedingungen verbessert werden. Die Kapitalmarktunion umfasst 32 Maßnahmen innerhalb von sechs Schwerpunkte. Zu den Maßnahmen gehört u.a. den Markt für einfache, standardisierte und transparente Verbriefungen von Krediten zu stärken, den Gang von KMU's an die Börse zu erleichtern und Risikokapitalgebern mehr Sicherheiten zu geben. Die Europäische Kommission will Sparvermögen in Europa mit Wachstumschancen zusammenbringen, um für Investoren neue Möglichkeiten zu eröffnen. Gleichzeitig soll die Umsetzung der Maßnahmen helfen, das Finanzsystem weniger krisenanfällig zu machen und zu stabilisieren.

Zusammengefasst sind die Ziele der Europäischen Kommission:

  1. Mehr Investitionen aus Europa und dem Rest der Welt ermöglichen, auch durch die Schaffung verschiedener Investitionsformen
  2. Finanzierungsquellen und Investitionsprojekte in der ganzen EU besser miteinander verbinden und preisgünstige Finanzierung anbieten
  3. Das Finanzsystem stabiler machen
  4. Die Integration der Finanzmärkte vertiefen und den Wettbewerb verstärken.

Auf der Konferenz machte die Bundesregierung deutlich, dass sie die Schaffung der Kapitalmarktunion unterstütze und von den USA bei der Finanzierung von Unternehmen und Investitionen lernen könne. Es sei jedoch bei allen Bemühungen entscheidend, nicht die Strukturreformen in den EU-Mitgliedstaaten zu vergessen, weil hierdurch die Investitionsbedingungen verbessert würden.

Die Teilnehmer stellten fest, dass die Unternehmen in den USA nach der Wirtschafts- und Finanzkrise wieder leichter an Finanzmittel gekommen seien, was zeige, dass der Zugang zum Kapitalmarkt dort direkter möglich sei.

Die Europäische Kommission betonte, dass sie gleichmäßig an der Schaffung der Kapitalmarktunion weiterarbeiten werde, unabhängig davon, ob alle aufgezeigten Probleme im europäischen Finanzsystem bereits gelöst seien. In diesem Zusammenhang machte sie deutlich, dass sie bei der Umsetzung auch weiterhin mit den Banken zusammenarbeiten werde, weil sie entscheidende Expertise einbringen könnten. Im Rahmen der Reformen sei geplant, die Finanzierungsmöglichkeiten zu diversifizieren, dafür bleibe aber weiterhin eine Zusammenarbeit mit den Banken notwendig und sinnvoll.

Ein viel diskutierter, weil umstrittener Teil der Kapitalmarktunion sind verbriefte Kredite, deren öffentliches Image nach der Finanzkrise stark gelitten hatte. Die Europäische Kommission beabsichtigt, den Verbriefungsmarkt zu stärken, hat zwischenzeitlich jedoch strengere Regeln für die ausgebenden Finanzinstitutionen festgelegt.

Quelle und weitere Informationen:

  • EU-Aktuell vom 07.06.2016