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EU-Kommission stellt Waldstrategie vor

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Der für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständige EU-Kommissar hat am 05.10.2015 dem Landwirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments die neue Waldstrategie (2015 - 2020) der Europäischen Kommission vorgestellt und erläutert.

Die Strategie hatte die Europäische Kommission in 2013 diskutiert und im April 2014 angenommen. Ziel ist in den kommenden Jahren die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder im EU-Raum zu sichern.

Nach Angaben der Europäischen Kommission sind 40% der EU-Landflächen von Wäldern bedeckt, 60% der EU-Wälder sind in Privatbesitz, ca. 3 Mio. Europäer sind in der Forstwirtschaft beschäftigt, d.h. diese haben auch eine ökonomische Bedeutung für jede Volkswirtschaft. Wälder haben weiterhin eine wichtige "Umweltaufgabe", denn 10% der EU-Kohlestoffemissionen werden von den Wäldern absorbiert und von diesen "eingelagert". Zudem tragen Wälder zur ländlichen Entwicklung bei und liefern 50% der erneuerbaren Energien in der EU.

Der Plan enthält eine Reihe konkreter Vorhaben zur Umsetzung der Strategie und führt acht Prioritäten auf. Die Kommission führt darunter auch Schutzmaßnahmen gegen steigende Bedrohungen wie Brände, Unwetter und Dürren auf, die durch den Klimawandel weiter verstärkt würden. Daher plant die Europäische Kommission bis 2020 EU-weit ca. 7,2 Mrd. € an öffentlichen Investitionen in die Forstwirtschaft.

Zum mehrjährigen Umsetzungsplan sagte Phil Hogan: "Die Forstwirtschaft gehört zu den Wirtschaftszweigen, die unsere ländlichen Gebiete lebendig und nachhaltig erhalten, und sie sorgt für über drei Millionen Jobs in der EU. Ich glaube, dass die Forstwirtschaft eine Schlüsselrolle beim Übergang zu einer CO2-armen und klimafreundlichen Wirtschaft spielt. Es ist deshalb wichtig, diesen Sektor gegenüber ständig neuen Herausforderungen zu stärken."

Die Europäische Kommission nennt in ihrem Plan acht forstbezogene Ziele bis 2020:

  1. Die Unterstützung der ländlichen und städtischen Gebiete
  2. Die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit und der Nachhaltigkeit der Forstwirtschaft, der Bioenergie und der allgemeinen grünen Wirtschaft der EU
  3. Wälder in einem sich ändernden Klima
  4. Der Schutz von Wäldern und die Verbesserung von Ökosystemleistungen
  5. Der Ausbau der Wissensbasis
  6. Mehr Zusammenarbeit für eine kohärente Bewirtschaftung und ein besseres Verständnis unserer Wälder
  7. Wälder aus einer globalen Perspektive

Die Europäische Kommission betont ausdrücklich die gemeinsame Umsetzung der Waldstrategie mit den Mitgliedstaaten. Die EU-Länder müssten Fortschritte in der Prävention von Waldbränden, der Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten sowie die Förderung von nachhaltigem Holz und der regionalen und regionsübergreifenden Zusammenarbeit erzielen.

Abschließend weist die Europäische Kommission darauf hin, dass die Wälder und die Forstwirtschaft in erheblichem Ausmaß von der EU finanziell gefördert werden. So sollen die eben genannten 7,2 Mrd. €  Finanzmittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums zweckgebunden werden für forstwirtschaftliche Maßnahmen.

Quelle und weitere Informationen:

  • EU-Aktuell vom 05.10.2015