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Eurobarometer-Umfrage der Europäischen Kommission. Vertrauen der EU-BürgerInnen in die EU wächst und Einwanderung ist die größte Herausforderung

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Am 31. Juli 2015 stellte die Europäische Kommission die Ergebnisse der neuesten Eurobaromter-Umfrage vor; zwischen dem 16. und 27. Mai 2015 wurden im Auftrag der Europäischen Kommission in 34 Staaten, darunter den 28 EU-Mitgliedstaaten 31.868 Menschen nach ihren Ansichten zu ihrem Vertrauen in die EU, zur Zukunft der EU und zu den unterschiedlichsten aktuellen Themen befragt.

Zu den Ergebnissen der Umfragen sagte der Leiter der Europäischen Kommission Deutschland in Berlin, Richard Kühnel, "Europa gewinnt das Vertrauen der Menschen zurück. Besonders die Zahl der Deutschen, die ein positives Bild von der EU haben, ist in den vergangenen Monaten stark angestiegen. Die Schwerpunkte der neuen Kommission unter Jean-Claude Juncker werden eindeutig unterstützt. Für die EU-Kommission ist das natürlich eine erfreuliche Nachricht - aber auch ein Auftrag für mein Team und mich, mit den Institutionen und den Bürgern in Deutschland den gemeinsamen europäischen Weg noch stärker zu beschreiten"

Zu den positiven Ergebnissen zählt für die EU, dass sich ihr Image verbessert hat, denn 41% der Befragten haben ein positives Bild, in Deutschland sind es sogar 45%, was einem Zuwachs von sieben Prozent gegenüber der letzten Eurobarometer-Umfrage im November 2014 entspricht. Hierzu passt, dass mehr EuropäerInnen Vertrauen in die EU haben als im vergangenen Jahr, mit jetzt 40% sind es drei Prozent mehr als im November 2014, sogar neun Prozent mehr im Vergleich zur Europawahl im Frühjahr 2014. In Deutschland haben 45% der BürgerInnen ein positives Bild von der EU, das ist ein Zuwachs von sieben Prozent gegenüber November 2014. Bei der Frage zur Zugehörigkeit zu Europa bzw. zur EU antworten 81% der Deutschen, dass sie sich als EU-BürgerInnen fühlen, europaweit fühlen sich 67% der Interviewten als EuropäerInnen.

Die Zukunft der EU sieht die Mehrheit der Befragten ebenfalls positiv (58%), in Deutschland sehen 60% der BürgerInnen die Zukunft der EU optimistisch. Nach Ansicht von Richard Kühnel beantwortet sich hiermit gleichzeitig die Frage nach mehr oder weniger Europa. "Die klare Mehrheit sagt: es ist Europa, das die Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit geben kann, soll und muss".

Das wichtigste Thema ist für die Menschen in Europa Migration, in 20 europäischen Staaten sehen 38% der BürgerInnen Einwanderung als wichtigstes Thema, in Deutschland sind es 55% der Befragten. Einwanderung wird von der Mehrheit der befragten EuropäerInnen befürwortet (51%), in Deutschland stehen 59% der Menschen der Migration positiv gegenüber (das ist ein Zuwachs von neun Prozent gegenüber November 2014). Wenn es um die Einwanderung von außerhalb der EU geht, sind 56% der Befragten allerdings negativ eingestellt. Zu der großen Zustimmung der Deutschen zur Einwanderung erklärte Richard Kühnel: "Migration war für die Deutschen schon vor einem halben Jahr das Thema Nummer Eins. Heute ist es das für Europa geworden. Wir sind hier in einer Verantwortungsgemeinschaft aller politischen Ebenen verbunden  - von der europäischen bis zur kommunalen. Dreiviertel der Europäer - unter den Deutschen sogar 84% - unterstützen eine gemeinsame Migrationspolitik. An diesem Wert kann auch die nationale Politik nicht vorbei".

Die Umfrage zeigt auch, dass die BürgerInnen in Europa die Politische Agenda von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit den aufgeführten 10 Schwerpunktthemen unterstützen. So stimmen 59% der Befragten europaweit zu, dass öffentliche Gelder eingesetzt werden sollen, um private Investitionen auf EU-Ebene zu mobilisieren. Für eine gemeinsame Energiepolitik ist eine große Mehrheit der EuropäerInnen (72%), eine europäische Einwanderungspolitik befürworten EU-weit 73%, in Deutschland sind 84% der BürgerInnen für eine europäische Einwanderungspolitik (plus neun Prozent gegenüber November 2014).

Eine deutliche Mehrheit der Befragten in den EU-Mitgliedstaaten (57%) ist für eine Wirtschafts- und Währungsunion mit dem Euro als gemeinsamer Währung: In den Eurostaaten sind 69% der Befragten für eine WWU; ebenfalls 69% der Menschen in Griechenland sind für den Euro (plus sechs Prozent gegenüber November 2014), in Deutschland sprechen sich 76% der BürgerInnen für den Euro und die WWU aus.

Quelle und weitere Informationen:

  • EU-Aktuell vom 31.07.2015