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Europatag der Region Mittlerer Niederrhein im Kreishaus Neuss steht ganz im Zeichen des Europäischen Jahres der Entwicklung - Regionale Entwicklungshilfeinitiativen stellen ihre Projekte vor

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (Mitte), Dr. Stephan Koppelberg (2.v.r.) und Ruth Harte, Leiterin des Europe Direct Informationzentrums Mittlerer Niederrhein (2.v.l.) mit Teilnehmern und Vertretern von Hilfsinitiativen beim Europatag 2015 im Kreishaus Neuss

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Wie jedes Jahr hatte der Rhein-Kreis Neuss mit seinem Europe Direct Informationszentrum Mittlerer Niederrhein am 06. Mai 2015 zum jährlichen Europatag der Region Mittlerer Niederrhein ins Kreishaus Neuss eingeladen. Im Mittelpunkt der abendlichen Informations- und Diskussionsveranstaltung stand das Europäische Jahr der Entwicklung, das die Europäische Kommission gemeinsam mit dem Europäischen Parlament ausgerufen hat. Unter dem Motto "Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft",  will die Europäische Kommission das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger für die Entwicklungszusammenarbeit und deren Nutzen für die Entwicklungsländer wie auch die Unionsbürger schärfen und zugleich darüber informieren, dass die Europäische Union schon seit Jahrzehnten auf vielfältige Art und Weise Unterstützung für Entwicklungsländer leistet.

In seiner Begrüßungsansprache wies Landrat Petrauschke darauf hin, dass die Europäische Union seit 50 Jahren Stabilität, Frieden und Freiheit sichere und daher sei es immer wieder von Bedeutung deutlich zu machen, wie wichtig eine Gemeinschaft sei, denn nur diese könne Erfolge erzielen und Lösungen für gemeinsame Probleme finden. Dies zeige sich auch vor dem Hintergrund der aktuellen Probleme in Griechenland, mit den Flüchtlingsströmen in Europa und den vielen kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt. Nur im Dialog mit der Gemeinschaft sei es möglich, die Errungenschaften zu bewahren. In diesem Rahmen sei auch das Europäische Jahr der Entwicklung zu sehen, für dessen Ziele alle Akteure aufgerufen seien, die unterschiedlichsten Probleme mit gemeinsamen Initiativen und Handeln zu lösen.

Mit der heutigen Veranstaltung habe sich der Rhein-Kreis Neuss mit seinem Europe Direct Informationszentrum Mittlerer Niederrhein im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbs zur Europawoche bei der Europaministerin des Landes Nordrhein-Westfalen beworben und freue sich über eine Prämierung. Dies auch vor dem Hintergrund, dass mit dem heutigen Tag das Europe Direct Informationszentrums Mittlerer Niederrhein seinen zehnjährigen Geburtstag begehe und der Rhein-Kreis Neuss die Existenz seines Europabüros seit 25 Jahren feiere. In diesem Zusammenhang dankte Herr Petrauschke dem Leiter der Regionalen Vertretung der Europäischen Kommission Bonn, Herrn Dr. Stephan Koppelberg für seine langjährige stetige und engagierte Unterstützung für die Arbeit und die Veranstaltungen des Europe Direct Informationszentrums. Vor dem Hintergrund auch der tragischen Ereignisse in Nepal habe das Europäische Jahr der Entwicklung eine traurige Aktualität erhalten und mache deutlich, dass die von Kommissionspräsident Juncker für den 13. Mai angekündigte Migrationsagenda dringend erforderlich sei, um der Europäischen Union ein Handlungskonzept für die Bewältigung der anstehenden Probleme zu ermöglichen.

Zu Beginn seiner Rede gratulierte Herr Dr. Koppelberg dem Rhein-Kreis Neuss für die langjährige erfolgreiche Arbeit seines Europe Direct Informationszentrums Mittlerer Niederrhein und dankte für die gute Zusammenarbeit und das engagierte Miteinander bei immer wieder gemeinsam ausgerichteten Veranstaltungen. Das Europäische Jahr der Entwicklung fasse viele Themen, Probleme und Lösungsansätze zusammen. Zu den aktuellen Flüchtlingsproblemen im Mittelmeer berichtete Dr. Koppelberg, das der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker sich enttäuscht über die Reaktion auf seinen jüngsten 10-Punkte-Plan durch die EU-Mitgliedstaaten gezeigt habe. Der Plan sieht  Sofortmaßnahmen zur Vermeidung von Flüchtlingskatastrophen vor und beinhalte sechs wirtschaftliche Themen sowie zwei Punkte zur Migration und zur Entwicklungszusammenarbeit. Juncker sei der Ansicht, dass Europa als reicher Kontinent nicht tatenlos zusehen könne, wie immer wieder Flüchtlinge vor seinen Küsten ertrinken würden. Im Folgenden informierte Dr. Koppelberg über die Ziele der Europäischen Kommission im Rahmen der angekündigten Migrationsagenda, wie z.B. ein einheitliches Asylrecht, die Förderung der legalen Zuwanderung, stärkeres Vorgehen gegen irreguäre Migration und den Schutz der Außengrenzen.

Im Bereich Entwicklungshilfe machte Dr. Koppelberg auf die Erfolge der Europäischen Kommission bei der Armutsbekämpfung in der Welt aufmerksam; so sei die Armut um 50% halbiert worden und die EU gebe im Vergleich zu anderen Ländern am meisten Öffentliche Entwicklungshilfe in der Welt, nämlich 0,45% des jährlichen BIP. Das jüngste Eurobarometer belege die Akzeptanz der Bevölkerung hinsichtlich der finanziellen Entwicklungshilfe, so sei es 85% der BürgerInnen wichtig, dass Entwicklungshilfe gewährt werde, in Deutschland sehen es 64% als wichtig an, Armut zu bekämpfen. Nach dem wichtigsten Ziel der EU-Maßnahmen zur Flüchtlingshilfe befragt, war die Mehrheit der Meinung, dass die legale Einwanderung geregelt werden müsse.

Im zweiten Teil des Abends stellten sich die Nepalinitiative Kaarst, das Eine-Welt-Forum Mönchengladbach sowie der Rhein-Kreis Neuss als Fair-Trade-Kreis und mit seinem Klimaschutzprojekt mit der kolumbinaischen Partnergemeinde  Solano vor. Für die Gäste war aus aktuellem Anlass insbesondere der Bericht der Nepal-Initiative Kaarst eindrucksvoll. Der Vorsitzende des Vorstands, Peter Laumen und Patrick Reimann erläuterten den Aufbau der  ersten Kontakte nach Nepal und schilderten die große Armut der Bevölkerung, die sie veranlasst habe, systematisch den dortigen Kinderheimen und Familien beim Hausbau zu helefn und Schulbildung zu unterstützen. Das Eine-Welt-Forum Mönchengladbach berichtete von seinen Unterstützungs- und Aufbaumaßnahmen in einer ghanaischen Gemeinde.

Zum Abschluss hatten die Gäste Gelegenheit, bei einem Imbiss die Informationsstände der Entwicklungshilfeinitiativen zu besuchen, neben den zuvor Genannten waren noch die Eine Welt-Inititaive Neuss und LEBENSzeichen Afrika aus Düsseldorf mit Informationsständen vertreten.