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EU-Bürgerinnen und -Bürger bejahen laut neuester Eurobarometer-Umfrage eine stärkere Unterstützung der Entwicklungsländer

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Trotz der immer noch angespannten Wirtschaftslage halten 85% der Bürgerinnen und Bürger in der EU eine Unterstützung der Entwicklungsländer für wichtig und 67% plädieren für eine Erhöhung der Hilfe (dies sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr). Diese Zahlen sind Ergebnis einer Eurobarometer-Umfrage zum Europäischen Jahr der Entwicklung.

Zu diesem Ergebnis sagte der für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung zuständige EU-Kommissar, Neven Mimica, anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse: "Ich finde es äußerst erfreulich, dass unsere Bürgerinnen und Bürger trotz der unsicheren Wirtschaftslage in der EU einem starken entwicklungspolitischen Engagement Europas weiterhin sehr positiv gegenüberstehen. Darauf aufbauend bietet das Europäische Jahr uns die Chance, die Menschen über die Herausforderungen und Ereignisse zu informieren, die in diesem für die Entwicklung wichtigen Jahr anstehen. Dies wird es uns erleichtern, gemeinsam eine Debatte mit ihnen zu führen."

In Deutschland sind 64% der Befragten der Ansicht, dass die Bekämpfung der Armut das oberste Ziel sein muss, 75% sprechen sich für eine Erhöhung der Entwicklungshilfe aus (in 2014 waren es nur 65%).

Von den EU-BürgerInnen halten 50% neben der staatlichen Entwicklungshilfe auch das Engagement des Einzelnen für die Bekämpfung der Armut in den Entwicklungsländern für wichtig. Von den Befragten engagieren sich ein Drittel selbst für die Bekämpfung der Armut (34%), an erster Stelle durch finanzielle Spenden an Hilfsorganisationen (29%).

Eine deutliche Mehrheit der EuropäerInnen ist der Meinung, dass es auch für Europa Vorteile bringt, den Entwicklungsländern zu helfen; 69% sind der Ansicht, dass die Bekämpfung der Armut in den Entwicklungsländern auch positive Auswirkungen für die BürgerInnen der EU hat, 78% sind der Überzeugung, dass dies im Interesse der EU ist und zu mehr Frieden und Gerechtigkeit in der Welt beiträgt (74%). Die EU-BürgerInnen sind zu 75% davon überzeugt, dass ehrenamtliches Engagement die wirksamste Art und Weise ist, die Armut in den Entwicklungsländern zu verringern. Dennoch glaubt eine Mehrheit von über 60%, dass staatliche Entwicklungshilfe (66%) und Spenden für Hilfsorganisationen (63%) ebenso einen Nutzen für die Entwicklungsländer bringt.

Hintergrund:

Das Jahr 2015 ist auf Vorschlag der Europäischen Kommission und mit einstimmiger Zustimmung des Europäischen Parlaments und des Rates zum Europäischen Jahr für Entwicklung ernannt worden. Damit will die EU gemeinsam mit den Mitgliedstaaten ihre Entschlossenheit zeigen, das Elend und die Armut in den Entwicklungsländern zu beseitigen (siehe hierzu den Artikel mit näheren Informationen vom 08.07.2014 unter der Rubrik "EU-Aktuell").

Das Europäische Jahr der Entwicklung wurde am 09.01.2015 vom Kommissionspräsidenten, Jean-Claude Juncker, feierlich in Riga, Lettland eröffnet. Im Rahmen des Jahres sind zahlreiche Veranstaltungen auf europäischer, nationaler, regionaler und lokaler Ebene vorgesehen, an denen sich jeder beteiligen kann.

Der Rhein-Kreis Neuss wird am 06. Mai 2015 den diesjährigen Europatag zum Europäischen Jahr der Entwicklung in einem größeren Rahmen ausrichten und wird damit gleichzeitig das zehnjährige Bestehen seines Europe Direct Informationszentrums Mittlerer Niederrhein begehen. Die angedachte Informations- und Diskussionsveranstaltung soll von einer Ausstellung der (nichtstaatlichen) Entwicklungshilfeorganisationen aus der Region Mittlerer Niederrhein begleitet werden.

Quelle und Information:

  • EU-Aktuell vom 12.01.2014
  • Europäische Kommission