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Tag der Sprachen - Die Arbeit der Übersetzer und Dolmetscher der EU-Institutionen

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Am 26. September 2014 begeht die Europäische Kommission den jährlichen Tag der Sprachen. Der jährlich stattfindende Tag der Sprachen soll die in der Europäischen Union gesprochenen Sprachen in den Mittelpunkt rücken, die kulturelle und sprachliche Vielfalt fördern und zum lebenslangen Sprachenlernen anregen. In der EU gibt es offiziell 24 Sprachen, dies sind die sog. Amtssprachen, rd. 60 Regional- und Minderheitensprachen und mehr als 175 Migrantensprachen.

In der Europäischen Kommission gibt es einen eigenen Sprachendienst für die Übersetzung und das Dolmetschen.

Rund 4300 Übersetzer arbeiten in den  EU-Institutionen, wobei die Europäische Kommission mit rund 1.500 Übersetzern über den größten Übersetzungsdienst verfügt. Alle Rechtsvorschriften werden in alle 24 offiziellen Sprachen, die so genannten Amtssprachen, übersetzt. Zudem haben alle Bürgerinnen und Bürger das Recht, sich in ihrer eigenen Sprache an die EU-Institutionen zu wenden und eine Antwort in dieser Sprache zu erhalten. Im letzten Jahr kamen so über zwei Millionen übersetzte Seiten zusammen.

Die internen Arbeitspapiere der Europäischen Kommission werden nur in Ausnahmefällen übersetzt. Die jährlichen Kosten für Übersetzungen in der Kommission werden auf rund 330 Mio. Euro geschätzt, was etwa 60 Cent pro Bürger und Jahr entspricht.

Die Generaldirektion Dolmetschen der EU-Kommission ist der größte Dolmetschdienst der Welt. Jedes Jahr stellt sie Dolmetscher für ungefähr 11.000 Sitzungen. Dazu beschäftigt sie 600 festangestellte Dolmetscher. Hinzu kommen 300 bis 400 freiberufliche Dolmetscher pro Tag.  Sie dolmetschen die Sitzungen der EU-Kommission und der übrigen europäischen Institutionen. Gegenwärtig entfallen ungefähr 61 Prozent der Dolmetschleistungen auf den Rat der Europäischen Union (Ministerrat), gefolgt von der Kommission mit ungefähr 30 Prozent.

Die Generaldirektion Dolmetschen stellt jeden Tag Dolmetscher für 50 bis 60 Sitzungen in Brüssel und an anderen Orten. Die Sprachenregelungen dieser Sitzungen sind höchst unterschiedlich. Sie reichen vom Konsekutivdolmetschen in zwei Sprachen, für das nur ein Dolmetscher erforderlich ist, bis hin zum Simultandolmetschen in totaler Symmetrie aus 24 in 24 Sprachen, für das mindestens 72 Dolmetscher benötigt werden.

Insgesamt deckt der Dolmetschdienst über 135.000 Dolmetschtage pro Jahr ab, wobei auf Englisch rund 12.700 Tage entfallen, auf Französisch rund 12.000 und Deutsch rund 11.100. Englisch, Französisch und Deutsch sind die drei Arbeitssprachen der Europäischen Organe. Die Gesamtbetriebskosten für den Bereich Dolmetschen beliefen sich 2010 auf 130 Millionen Euro, was 26 Cent pro Bürger pro Jahr entspricht.

Quelle und weitere Informationen:

  • EU-Aktuell vom 25.09.2014
  • http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/12710_de.htm