Europafahne
© 494148965, iStock | Volle Größe

Sie befinden Sich hier:

Inhalt

"Wahl zum Europäischen Parlament - Deine Chance auf Mitbestimmung" - EU-Projekttag am Berufsbildungs­zentrum für Technik und Informatik des Rhein-Kreises Neuss

Europa |

Deutschland wird künftig mit 96 Abgeordneten im Europäischen Parlament vertreten sein und die insgesamt 751 Abgeordneten in Straßburg und Brüssel werden über nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens mit entscheiden. Dies und vieles mehr erfuhren Schülerinnen und Schüler im Rahmen des EU-Projekttags am Berufskolleg für Technik und Informatik am Hammfelddamm, das der Rhein-Kreis Neuss betreibt.

Das Verständnis für Europa zu verbessern und das Wissen über die Europäische Integration, gerade mit ihren Vorteilen für die junge Generation, zu erhöhen, ist das Anliegen des EU-Projekttages, der seit 2007 jährlich in Deutschland begangen wird. Es war die seinerzeitige Idee von Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel anlässlich des 50jährigen Bestehens der Europäischen Union, diesen Projekttag einzuführen. Es hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, wie dieser Aktionstag das Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler über die Europäische Idee verbreitern konnte und hat dazu geführt, dass die Chancen, die Europa jungen Menschen bietet, z.B. durch die finanzielle Förderung von Auslandspraktika und gegenseitigen Schulbesuchen, mehr genutzt werden.

Die Veranstaltung stand unter der Überschrift "Wahl zum Europäischen Parlament - Deine Chance auf Mitbestimmung", der Titel sollte deutlich machen, dass jeder Wahlberechtigte durch seine Stimmabgabe ein Stück Europa mitbestimmen kann, mit der Stimmabgabe entscheiden die Bürgerinnen und Bürger darüber, wer ihr Europaabgeordneter wird und welche Themen zukünftig im Europäischen Parlament behandelt werden. Zugleich stärkt jede Stimmabgabe die demokratische Vertretung der Bürgerinnnen und Bürger in der EU.

Zu dem EU-Projekttag hatten die Europaministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Angelica Schwall-Düren, und der Rhein-Kreis Neuss mit seinem Europe Direct-Informationszentrum Mittlerer Niederrhein gemeinsam eingeladen. Der EU-Projekttag wurde durch Jürgen Steinmetz, den Allgemeinen Vertreter des Landrats offiziell eröffnet, er betonte in seinen einleitenden Worten, dass diese Veranstaltung dazu gedacht sei, den Schülerinnen und Schüler notwendige Informationen über das Europäische Parlament und die Europawahlen und ihnen damit Rüstzeug für ihre Entscheidung am 25. Mai d.J. zu geben. Es sei notwendig, die Dimension der Europawahl zu verdeutlichen, schließlich bestimme die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments über die Politik in der Europäischen Union für die kommenden fünf Jahre und entscheide damit auch mit über das Bild von Europa in der Welt.

In ihrem anschließenden Grußwort verwies Frau Ministerin Schwall-Düren auf die gewachsenen Kompetenzen des Europäischen Parlaments, es entscheide heute auf vielen Gebieten gleichberechtigt mit und habe erheblich an Gewicht und Einfluss gewonnen. Eine hohe Wahlbeteiligung sei auch wichtig, um extremistische Kräfte aus dem Europäischen Parlament herauszuhalten. Die Ministerin bezeichnete es als wesentlichen Fortschritt, dass die europäischen Parteien erstmals eigene Spitzenkandidaten aufgestellt hätten, denn Personen stünden für Programme und so könne sich jeder Bürger ein Bild von dem möglichen Präsidenten der Europäischen Kommission machen.

Als die künftigen Herausforderungen bezeichnete Frau Schwall-Düren den Frieden in Europa zu bewahren – es werde vor allem an der Ukraine-Krise deutlich, dass Frieden nicht selbstverständlich sei - , soziale Mindeststandards einzuführen und zu verteidigen (z.B. den Mindestlohn) und die immer noch hohe Jugendarbeitslosigkeit in den südeuropäischen EU-Mitgliedstaaten zu bekämpfen.

Die Europaabgeordnete Petra Kammerevert berichtete von ihren Schwerpunkten Jugend, Kultur, Bildung und Sport und erläuterte den jungen Menschen, dass die wesentliche Arbeit in den Ausschüssen des Europäischen Parlaments geleistet werde. Sie habe in den vergangenen Jahren intensiv an den Bildungsprogrammen für Jugendliche mitgearbeitet und appellierte an die Schülerinnen und Schüler das Erasmus+-Programm mit seinen Aktionen Comenius, Leonardo und Europäischer Freiwilligendienst auszunutzen. Das Europäische Parlament habe erreicht, dass die in der jetzigen Förderperiode (2014 – 2020) zur Verfügung stehenden Finanzmittel um 40 % erhöht wurden, daher hätten jetzt noch mehr junge Menschen die Chance, die vielfältigen Angebote zu ihrem Vorteil zu nutzen. Frau Kammerevert betonte in diesem Zusammenhang, dass Jugendprojekte den Zusammenhalt in der EU und die kulturelle Identität förderten, zudem seien Auslandsaufenthalte auch für die eigene berufliche Zukunft von großem Nutzen. Zum Abschluss ermutigte sie die Jugendlichen zur Teilnahme an der Wahl, denn Europa sei nur vermeintlich weit weg, viele Themen, wie z.B. der Verbraucherschutz und die Roaminggebühren beträfen alle Bürgerinnen und Bürger in der EU gleichermaßen. Jeder interessierte Jugendliche könne den Europaabgeordneten in seine Region ansprechen und seine Anliegen vorbringen. In diesem Zusammenhang machte Frau Kammerevert auf den Europäischen Bürgerbeauftragten aufmerksam, der ebenfalls von allen EU-Bürgerinnen und Bürgern angesprochen werden könne.

Frau Terry Reintke berichtete, dass sie das Ruhrgebiet vertrete und verwies darauf, dass aufgrund der in den vergangenen Jahren erfolgten Förderung durch die Europäische Union bereits viele wirtschaftliche Probleme angegangen werden konnten.

In der sich anschließenden einstündigen Frage- und Diskussionsrunde wurden viele unterschiedliche, aktuelle EU-Themen angesprochen und diskutiert. In abschließenden Statements riefen die hochrangigen Gäste die Jugendlichen auf, sich zu informieren, wählen zu gehen und sich für die Zukunft Europas zu engagieren; eine hohe Wahlbeteiligung stärke das Europäische Parlament in seiner Arbeit und in seiner Forderung nach mehr Rechten und es sei lohnenswert, denn Europa habe bereits durch sein jahrzehntelanges Wirken viel positive Veränderungen gebracht und ein starkes Europäische Parlament erhöhe die Chancen auf eine positive Weiterentwicklung im Sinne der Interessen der Bürgerinnen und Bürger Europas.