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20 Jahre EU-Binnenmarkt - Gemeinsame Veranstaltung des Europe Direct Informationszentrums Mittlerer Niederrhein mit der IHK Mittlerer Niederrhein und der Stadt Krefeld

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Gemeinsam mit der IHK Mittlerer Niederrhein  und der Stadt Krefeld hatte der Rhein-Kreis Neuss mit seinem Europe Direct Informationszentrum Mittlerer Niederrhein zu der Veranstaltung "20 Jahre Europäischer Binnenmarkt" eingeladen. In den Räumen der Volkshochschule Krefeld begrüßten Oberbürgermeister Gregor Kathstede für die Stadt Krefeld und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke für den Rhein-Kreis Neuss die geladenen Gäste und zogen für die Region Mittlerer Niederrhein eine positive Bilanz zum EU-Binnenmarkt. Für Krefeld betonte Gregor Kathstede, dass der EU-Binnenmarkt den Strukturwandel befördert habe und damit wirtschaftlich wie gesellschaftlich die EU-Mitgliedstaaten verbunden habe. Für die Zukunft gelte es, die wirtschaftliche Entwicklung im gewünschten Sinne aktiv mitzugestalten.

Herr Landrat Petrauschke verwies ebenfalls auf die positiven Auswirkungen, der EU-Binnenmarkt sei ein Gemeinschaftsprojekt und Deutschland habe insbesondere in der vergangenen Wirtschafts- und Finanzkrise von den vier Freiheiten (Personen, Kapital, Dienstleistungen und Finanzen) profitiert. In der Region Mittlerer Niederrhein mit ihrem großen Bestand an kleinen und mittleren Unternehmen sicherten die Vorteile des grenzenlosen Handels die Arbeitsplätze und den Wohlstand der Menschen. In diesem Zusammenhang appellierte Landrat Petrauschke, auch die Erfolge der europäischen Einigung zu sehen und dankbar zu sein für die erzielten Fortschritte.

Im Folgenden moderierte Herr Prof. Dr. Rüdiger Hamm von der Hochschule Niederrhein, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften die Impulsreferate und die sich anschließende Diskussion. Zu Beginn zitierte er zwei Gutachten aus den Anfängen des EU-Binnenmarktes und erläuterte die seinerzeit errechneten und auch eingetretenen Vorteile für die Wirtschaft in der Region Niederrhein; es seien neue Arbeitsplätze, über mehr Wettbewerb neue, kostengünstige Produkte geschaffen worden und dadurch der Wohlstand in der Region gesichert worden.

Auf die positiven Auswirkungen verwies auch Herr Karl-Heinz Florenz, der als zuständiger Europaabgeordneter für die Region Niederrhein eigens aus Brüssel zu der Veranstaltung angereist war. In seinem Statement machte er deutlich, dass die EU insgesamt durch den EU-Binnenmarkt eine wirtschaftliche Machtstellung in der Welt habe auch gegenüber den USA und China. In diesem Zusammenhang bedauerte Herr Florenz, dass die Vorteile, mit Ausnahme des freien Reisens, in der Bevölkerung untergingen und verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Niederländer positiver über den EU-Binnenmarkt denken würden als die Deutschen.

Von der Europäischen Kommission aus Brüssel hatte das Europe Direct Informationszentrums Mittlerer Niederrhein Herrn Henning Ehrenstein von der Generaldirektion Markt und Dienstleistungen eingeladen. Herr Ehrenstein verwies auf die Anfänge der Europäischen Union als Friedensprojekt, das durch die wirtschaftspolitische Integration befördert worden sei, Ziel heute sei die Teilnahme aller Akteure an der politischen Einigung und der wirtschaftlichen Integration. Der EU-Binnenmarkt habe seit seinen Anfängen große Erfolge für die Europäische Union und ihre Menschen bewirkt, es seien bis heute 2,8 Mio Arbeitsplätze entstanden, das BIP sei von 12 auf 22% angestiegen. Diese Entwicklung sei Resultat der direkten Kostenreduktion durch Aufhebung von Grenzformalitäten, durch den Zugang zu einem höheren Markt, der das Absatzpotential erhöht, durch Vereinfachung der grenzüberschreitenden Mobilität und niedrigere Kosten durch Finanztransaktionen

Für die Zukunft gehe es darum, eine Strategie für die wichtigen Bereiche der Verkehrs- und Energieinfrastruktur und bei der Digitalen Agenda zu erzielen, weiter Bürokratie abzubauen und den Unternehmen durch entsprechende Gesetzesmaßnahmen Kosten zu ersparen; hier geht es z.B. um die Deregulierung von Produktmärkten und die weitere Öffnung des Öffentlichen Auftragswesens.

In der sich anschließenden Diskussion wurden von den anwesenden Unternehmensvertretern die bisherigen Fortschritte gelobt, dies gelte insbesondere für den grenzüberschreitenden Warenverkehr, für die Zukunft wurden weitere Erleichterungen bei Handel und Dienstleistungen gewünscht.