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Europäisches Parlament gibt grünes Licht für das neue Austauschprogramm Erasmus+

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Am 19.11.2013 hat das Europäische Parlament das neue mehrjährige EU-Programm Erasmus+ für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport gebilligt. Das über sieben Jahre laufende Programm (2014-2020) soll Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit verbessern und die Modernisierung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und Jugendarbeit voranbringen. Für diese Ziele stehen 14,7 Mrd. zur Verfügung - 40% mehr als in der vergangenen Förderperiode.

Nach Angaben der Europäischen Kommission werden 4 Mio. Menschen Zuschüsse erhalten, um im Ausland studieren (2 Mio.), eine Ausbildung absolvieren (650.000 Berufsschüler und Auszubildende), arbeiten oder eine Freiwilligentätigkeit (mehr als 500.000 junge Menschen, die an einem Jugendaustausch teilnehmen oder über einen begrenzten Zeitraum eine Freiwilligentätigkeit übernehmen) ausüben zu können. Studierende, die einen Masterabschluss im Ausland machen wollen, können zukünftig ein Studiendarlehen aufnehmen, die Europäische Kommission richtet hierfür einen Garantiefonds ein, an dem der Europäische Investitionsfonds beteiligt ist. Außerdem werden im Rahmen von Erasmus+ auch Finanzmittel für Lehrkräfte, AusbilderInnen, JugendbetreuerInnen und für Partnerschaften zwischen Universitäten, Hochschulen, Schulen, Unternehmen und Non-Profit-Organisationen bereitgestellt.

Das neue umfassende Bildungsprogramm ist auf drei Ziele ausgerichtet:

  1. Bildungsmöglichkeiten im Ausland für Einzelpersonen innerhalb und außerhalb der EU (zwei Drittel des vorgesehenen Finanzbudgets)
  2. Unterstützung von Partnerschaften zwischen Bildungseinrichtungen, Jugendorganisationen, Unternehmen, lokalen und regionalen Behörden und Nichtregierungsorganisationen
  3. Förderung von Reformen zur Modernisierung der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Förderung von Innovation, Unternehmertum und Beschäftigungsfähigkeit

Die für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend zuständige EU-Kommissarin, Androulla Vassiliou, sagte nach dem positiven Votum des Europäischen Parlaments: „Ich bin froh darüber, dass das Europäische Parlament Erasmus+ angenommen hat, und stolz darauf, dass es uns gelungen ist, die Mittel gegenüber den laufenden Programm um 40 % aufzustocken. Damit stellt die EU ihr Engagement für die allgemeine und berufliche Bildung unter Beweis. Erasmus+ wird auch zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit beitragen, indem es jungen Menschen die Möglichkeit bietet, ihre Kenntnisse und Kompetenzen durch Erfahrungen im Ausland zu erweitern. Neben der Vergabe von Stipendien an Einzelpersonen wird Erasmus+ auch Partnerschaften unterstützen, mit denen junge Menschen der Übergang von der Bildung in das Berufsleben erleichtert wird, sowie Reformen zur Modernisierung und Verbesserung der Qualität der Bildung in den Mitgliedstaaten. Diese Aspekte sind von entscheidender Bedeutung, wenn wir unsere junge Generation mit den Qualifikationen und Kompetenzen ausstatten möchten, die sie benötigt, um im Leben Erfolg zu haben“.

Mit dem neuen Programm will die Europäische Kommission die Widersprüche auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt in der EU in Zukunft ausgleichen; zurzeit gibt es mehr als zwei Mio. freie Stellen, ein Drittel der Arbeitgeber kann aber nach eigenen Angaben keine Arbeitnehmer mit den benötigten Qualifikationen in Europa finden. Diesen Ausgleichsbedarf bei den Qualifikationen will Erasmus+ helfen auszugleichen und bietet Menschen die Gelegenheit, im Ausland zu studieren, sich fortzubilden und eine Arbeit aufzunehmen. Die Mobilität von Studierenden und Auszubildenden trägt nach langjähriger Erfahrungen auch zur Mobilität der Arbeitskräfte zwischen den Mitgliedstaaten bei, dabei geht die Europäische Kommission davon aus, dass, wer bereits in einem anderen EU-Land studiert hat oder eine Ausbildung absolviert hat, mit höherer Wahrscheinlichkeit auch an einer späteren Arbeitsstelle im Ausland interessiert ist.

Mit dem neuen Programm fasst die Europäische Kommission alle derzeitig laufenden Bildungsprogramme zusammen, wie das Programm Lebenslanges Lernen (mit den Einzelprogrammen Comenius, Leonardo, Erasmus und Grundtvig), Jugend in Aktion und fünf internationale Kooperationsprogramme (Erasmus Mundus, Tempus Alfa, Edulink und das Programm für die Zusammenarbeit mit Industrieländern).