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Gemeinsame Informationsfahrt des Europe Direct Informationszentrums Mittlerer Niederrhein und der Volkshochschulen Neuss und Meerbusch nach Brüssel

Europa |

Bereits zum zweiten Mal fuhren das Europe Direct Informationszentrum Mittlerer Niederrhein und die VHS Neuss nach Brüssel. Nachdem im September eine Gruppe von BürgerInnen der VHS Neuss und Dormagen zu Besuch im Europäischen Parlament in Brüssel war und dort von der Europaabgeordneten Petra Kammerevert empfangen wurde, fand der zweite Besuch auf Einladung des Europaabgeordneten Karl-Heinz Florenz statt, der seit über zwanzig Jahren Europaabgeordneter für die Region Niederrhein ist. Die TeilnehmerInnen der VHS Neuss und Meerbusch wurden von Herrn Florenz über die aktuellen EU-Themen informiert, so ging Herr Florenz vor allem auf die derzeitig immer noch schwelende Wirtschafts- und Finanzkrise ein und gab seiner Meinung Ausdruck, dass sich die EU in einer interessanten Zeit befinde, denn er habe die Erfahrung gemacht, dass Krisen immer wieder Kraft und Ideen zur Lösung der Probleme geben würden. Man habe mit der Einführung des Euro leider versäumt eine wirkliche Währungsunion zu schaffen. So erinnerte Herr Florenz daran, dass auch der zur Sicherung des Euro erschaffene Stabilitätspakt nicht immer eingehalten worden sei. Inzwischen sei die Eurozone auf einem guten Weg, die Krise in den Griff zu bekommen, er mahnte jedoch ein weiteres konzentriertes Arbeiten an den eingeschlagenen Vorhaben wie z.B. der Bankenunion an, so müssten die systemrelevanten Banken ihre Eigenkapital erhöhen. Ganz entscheidend für die weitere Entwicklung der Europäischen Union sei die gemeinsame Errichtung einer Politischen Union.

Im Folgenden skizzierte Herr Florenz die Zukunftsthemen, denen sich die EU stellen müsse um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, denn der derzeitige Wachstumsschub in Deutschland und in der EU sei nicht selbstverständlich, er müsse tagtäglich erarbeitet werden. Zu den dringenden Themen gehörten die Energiesicherung und die Energieeffizienz bei akzeptablen Preisen (zurzeit sei Energie in Deutschland zu teuer), Investitionen in Bildung und Innovation (einschließlich der neuen Informationstechnologien). Vor dem Hintergrund der Flüchtlingsdramen, die sich vor Italiens Küsten immer wieder abspielen würden, sah es Herr Florenz ebenso als dringlich an, eine Friedenspolitik zu formulieren ("Division von Diplomaten"), die auch eine einheitliche Flüchtlingspolitik umfasse; deren vordringliche Aufgabe sei es, das Elend in den Ländern zu lindern, aus denen die Flüchtlinge kommen, außerdem müsse Frontex, die Europäische Grenzschutzpolizei, in ihren Rechten gestärkt werden.

Im Anschluss an den Besuch bei Herrn Florenz besuchten die TeilnehmerInnen das Parlamentarium, das neue Besucherzentrum des Europäischen Parlaments, das in 23 Sprachen auf vielfältige virtuelle Weise (z.B. eine interaktive, virtuelle Reise durch Europa, eine digitale 360 Grad-Surround-Projektion des Plenarsaals, eine Videowand mit Botschaften von Europaabgeordneten etc.) durch die Geschichte und Politik Europas führt. Den Abschluss bildete eine gemeinsame Fahrt zum Grand Place, dem Marktplatz Brüssels, der seit 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, und ein Rundgang durch die Altstadt Brüssels.