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Neues Notfallabwehrzentrum der Europäischen Kommission in Brüssel eröffnet

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Am 15. Mai 2013 hat die Europäische Kommission in Brüssel ein Notfallabwehrzentrum (Emergency Response Centre, ERC) eröffnet. Es ist Nachfolger des im Jahre 2001 gegründeten Beobachtungs- und Informationszentrums (MIC) und soll die Katastrophenabwehr der Mitgliedstaaten besser koordinieren und schneller und effizienter machen. Das ERC wird rund um die Uhr einsatzbereit und soll in der Lage sein, sich mit bis zu drei Notsituationen in verschiedenen Zeitzonen gleichzeitig zu befassen. An dem Zentrum beteiligen sich neben den 27 EU-Mitgliedstaaten Kroatien, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Island, Liechtenstein und Norwegen.

Anlässlich der Eröffnung erklärte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, das ERC sei ein gutes Beispiel dafür, "wie die EU greifbare Vorteile für ihre Bürger bringt" Und: "Angesichts der leider zunehmenden Zahl und Komplexität von Katastrophen müssen die EU-Mitgliedstaaten noch enger zusammenarbeiten. Das neue Notfallabwehrzentrum der EU bietet ihnen eine Plattform auf dem neuesten technischen Stand. Damit wird ein Beitrag zum Schutz unserer Bürger geleistet". Die für Internationale Zusammenarbeit, Humanitäre Hilfe und Krisenreaktion zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgieva ergänzte: "Die Erfahrung hat gezeigt, dass kein Land der Welt völlig gegen Katastrophen gefeit ist, und zwar unabhängig davon, wie gut vorbereitet es ist".

In dem Notfallabwehrzentrum wollen die teilnehmenden Staaten Ressourcen bündeln, um sie den von Katastrophen betroffenen Ländern zur Verfügung zu stellen und wollen bewährte Praktiken des Katastrophenmanagements austauschen sowie Frühwarnungen über sich anbahnende Katastrophen weitergeben. Das ERC analysiert die eingehenden Hilfeersuchen aus den betroffenen Ländern und ist Schnittstelle für die Koordinierung auf verschiedenen Ebenen: Europäische Kommission, EU-Mitgliedstaaten, das betroffene Land, humanitäre Partner und die vor Ort eingesetzten Katastrophenschutzteams. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der prioritäre Bedarf am Katastrophenort gedeckt und unnötige und kostspielige Doppelarbeit vermieden wird.

Das ERC wird ferner die Planung und Vorbereitung von EU-Katastrophenschutzeinsätzen in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten intensivieren. Die Europäische Kommission hat Rechtsvorschläge vorgelegt, die es den teilnehmenden Staaten ermöglichen soll, einige ihrer Notfallabwehrkapazitäten, z.B. Spezialfahrzeuge, schwere Ausrüstung oder Such- und Rettungsteams in Form eines freiwilligen Pools bereitzustellen, damit diese im Bedarfsfall im Rahmen eines vollständig koordinierten europäischen Einsatz kurzfristig eingesetzt werden können. Das ERC hat außerdem die Aufgabe, in Fällen, in denen ein sektorübergreifendes Vorgehen erforderlich ist, die enge Koordinierung zwischen den verschiedenen an der Notfallabwehr beteiligten Kommissionsdienststellen zu fördern und regelmäßig Informationen mit den Krisenzentren der wichtigsten internationalen Partnern der EU auszutauschen.

Das neue Zentrum hat zurzeit 33 MitarbeiterInnen aus den Bereichen Zivilschutz und humanitäre Hilfe, bald sollen 47 MitarbeiterInnen für das ERC arbeiten.

Quelle und weitere Informationen:

  • EU-Aktuell der Europäischen Kommission Deutschland vom 15.05.2013
  • EU-Nachrichten Nr. 9 vom 23.05.2013