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Schulklasse der Europaschule Mataré-Gymnasium Meerbusch zu Besuch beim Europe Direct Informationszentrum Mittlerer Niederrhein - Europaabgeordneter Karl-Heinz Florenz informiert über seine Tätigkeit als Europaabgeordneter

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Auf Einladung des Europe Direct Informationszentrums Mittlerer Niederrhein war gestern eine Schulklasse des Mataré-Gymnasiums Meerbusch zu Gast im Kreishaus Neuss. Das Europe Direct Informationszentrum hatte im Rahmen seines Jahresprogramms zu einem Europaseminar zum Europäischen Parlament und den Europawahlen in 2014 eingeladen und den für die Region Niederrhein zuständigen Europaabgeordneten, Herrn Karl-Heinz Florenz, für einen Vortrag zu den Kompetenzen und Aufgaben des Europäischen Parlaments gewinnen können. Zur Einführung verwies die Leiterin des Europe Direct Informationszentrums Mittlerer Niederrhein, Ruth Harte, auf die Wahlen zum Europäischen Parlament im kommenden Jahr und auf die Chance der Bürgerinnen und Bürger durch die Teilnahme an den Wahlen ihren Europaabgeordneten in der Region mitzubestimmen. Der Europaabgeordnete sei direkter Ansprechpartner für ganz persönliche Anliegen und habe die Möglichkeit, Bürgerinteressen in Brüssel einzubringen. Herr Florenz sei seit über 20 Jahren sehr engagiert und erfolgreich für die Region Niederrhein zuständig und habe gemeinsam mit dem Rhein-Kreis Neuss wichtige europäische Anliegen durchsetzen können. So habe sich der Rhein-Kreis Neuss mit seinen Nachbarn bereits zweimal im Europäischen Parlament in Brüssel als wichtigen Standort in Nordrhein-Westfalen den EU-Organen vorstellen können.

In seiner Begrüßung machte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke den Jugendlichen Mut, politische Wahlchancen in Europa zu nutzen und für die eigene Zukunft umzusetzen; Europa biete heute mehr berufliche Möglichkeiten denn je und es gelte, diese für den eigenen persönlichen Weg auszunutzen. Der Rhein-Kreis Neuss selbst sei seit vielen Jahren europäisch gut aufgestellt und nutze seine Chancen engagiert; als Beispiel verwies der Landrat auf die zahlreich durchgeführten INTERREG-Projekte mit den niederländischen Partnern in der euregio rhein-maas-nord, die jeweils durch Fördermittel der Europäischen Kommission mitfinanziert würden.

Im Anschluss berichtete Herr Florenz, der sich seit über 20 Jahren für die Interessen der Region erfolgreich im Europäischen Parlament einsetzt, über seine langjährige Tätigkeit und diskutierte mit den Schülerinnen und Schüler über die aktuellen europäischen Themen. Zum derzeitigen Futtermittelskandal verwies Herr Florenz darauf, dass die für die Bekämpfung solcher Missstände notwendigen Gesetze bereits auf europäischer Ebene vorhanden und auf nationaler Ebene umgesetzt seien, es vor Ort aber an den Kontrollen mangele, der Skandal sei daher ein Fall für die Staatsanwaltschaft. In diesem Zusammenhang erläuterte Herr Florenz, dass gerade auf Initiative des Europäischen Parlaments die heutige Lebensmitteletikettierung Pflicht geworden sei. Das Europäische Parlament habe im Laufe der letzten 20 Jahre immer wieder Anliegen der Verbraucher in die europäische Rechtsetzung eingebracht, vom Gesundheitsschutz bis zu den Roaming-Gebühren. Im Zusammenhang mit der Energiewende warnte Herr Florenz davor, mit dem Ende der Kernenergie aus weiteren Energiearten sofort auszusteigen; dies könne sich ein Industriestandort wie Deutschland nicht leisten, der gesamte Prozess benötige Zeit; im Übrigen müssten die Kosten der Energiewende alle Parteien gleichermaßen tragen. Landrat Petrauschke verwies an dieser Stelle auf das in Grevenbroich-Neurath gebaute BoA-Kohlekraftwerk (mit optimierter Anlagetechnik), das eine Energieeffizienz von 40% aufweise (frühere Werke 30%) und daher auch schon einen bedeutenden Beitrag zur Energieeffizienz und zum Umweltschutz leiste. Als Energiestandort fördere der Rhein-Kreis Neuss weitere alternative Energiearten (Photovoltaik und Windkrafttestanlage in Grevenbroich) und unterstütze die Umsetzung der entsprechen EU-Ziele und Vorgaben für den Klimawandel und den Umweltschutz.

Zur aktuellen Diskussion um die Pläne der Europäischen Kommission zur Privatisierung der Wasserversorgung, machten Herr Florenz und Herr Petrauschke deutlich, dass es sich hier um ein Missverständnis handele, die gerade diskutierte Richtlinie verbiete nicht die Wasserversorgung durch Kommunen, d.h. die Kommunen dürften auch weiterhin durch eigene Wasserwerke ihre Bürgerinnen und Bürger mit Wasser versorgen, die Richtlinie wolle eine Ausschreibung nur dort vorsehen, wo kommunale Unternehmen in privater Rechtsform nicht nur für die Wasserversorgung zuständig seien, sondern auch für weitere Dienstleistungen wie ÖPNV, Energie etc.

Für Ihre Zukunft empfahl Herr Florenz den Schülerinnnen und Schüler unbedingt an einen Auslandsaufenthalt zu denken, die zukünftigen Arbeitgeber sähen es sehr gerne, wenn junge Leute sich Kompetenzen und Sprachkenntnisse für ihr Berufsleben in einem anderen EU-Mitgliedsland aneignen würden; dies könne ein Praktikum aber auch ein Studienaufenthalt sein, allerdings müsse es sich auch um einen längeren Zeitraum und nicht nur vier Wochen handeln. In diesem Zusammenhang macht Ruth Harte darauf aufmerksam, dass es zahlreiche Förderprogramme der EU für junge Menschen mit dem Wunsch nach einem Auslandsaufenthalt gebe und diese die Möglichkeit böten, für einen gewissen Anteil der Kosten einen Zuschuss zu erhalten.

Zum Abschluss bot sich im Rahmen eines Imbisses noch die Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit Landrat Petrauschke und Herrn Florenz.