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"Blue Growth Study" - Europäische Kommission stellt Aussichten für nachhaltiges Wachstum in der Meereswirtschaft vor

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In einer am 13. September 2012 vorgestellten Mitteilung mit der Überschrift "Blaues Wachstum" sieht die Europäische Kommission gute Chancen dafür, dass durch die Förderung der Meereswirtschaft Wirtschaftswachstum und Beschäftigungsaussichten in der Europäischen Union gesteigert werden können und dies zu einer Erholung der europäischen Wirtschaft insgesamt beitragen kann. Nach den Erkenntnissen der Europäischen Kommission beschäftigt der Meeressektor 5,4 Mio. Menschen und hat eine Bruttowertschöpfung von insgesamt 500 Mrd. €; bis 2020 würde die Zahl der Beschäftigten auf 7 Mio. Menschen steigen und die Bruttowertschöpfung auf 600 Mrd. €. Um diese wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu erreichen, müssen nach Feststellung der Europäischen Kommission allerdings noch wachstumshemmende Faktoren beseitigt und intelligente Lösungen zur Unterstützung neuer Sektoren umgesetzt werden. Dies will die Europäische Kommission durch die Förderung von Meeresforschung und Innovation (innovative Produkte und Lösungen), die Unterstützung innovativer kleiner und mittlerer Unternehmen und die Deckung des notwendigen Qualifikationsbedarf erreichen; traditionelle Bereiche wie der Seeverkehr und der Meeres- und Küstentourismus können nach Überzeugung der Europäischen Kommission an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen, neue Sektoren wie erneuerbare Energien aus dem Meer und blaue Biotechnologie können Schlüssel für mehr Arbeitsplätze, saubere Energie und mehr Waren und Dienstleistungen sein.

Mit der Mitteilung will die Europäische Kommission einen Prozess einleiten, der dafür sorgt, dass die "blaue Wirtschaft" einen festen Platz auf der Agenda der Mitgliedstaaten, Regionen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft erhält. Denn mit dem blauen Wachstum soll ein Beitrag zur Umsetzung der Ziele der Strategie Europa 2020 für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum erzielt werden. In naher Zukunft plant die Europäische Kommission daher eine Reihe von Initiativen zur Erforschung und Entwicklung des Wachstumspotentials in den genannten Bereichen; so sollen Mitteilungen zu Küsten- und Meerestourismus, Gewinnung von Energie und mineralischen Rohstoffen aus dem Meer, blauer Biotechnologie sowie strategische Leitlinien für Aquakultur erarbeitet werden. Alle Initiativen sollen in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten und den jeweiligen Interessengruppen durchgeführt werden.

Gemäß der Untersuchung ist der Küsten- und Meerestourismus der größte Sektor der Meereswirtschaft, die erwarteten Wachstumsraten bis 2020 liegen bei 2 bis 3%; im Bereich Kreuzfahrttourismus wird bis 2020 im Vergleich zu 2010 von der Gründung von 100.000 neuen Arbeitsplätzen ausgegangen. Die Europäische Kommission rechnet mit einer jährlichen Verdopplung der weltweit vorhandenen Kapazitäten zur Energiegewinnung aus dem Meer, was zu einer Kommerzialisierung von Wellen- und Gezeitentechnologien und dies wiederum zu einer Verringerung von Technologiekosten führen soll. Im Bereich Gewinnung mineralischer Rohstoffe aus dem Meer geht die Europäische Kommission davon aus, dass der globale Jahresumsatz in den nächsten 10 Jahren 5 Mrd. € und bis 2030 bei 10 Mrd. € liegen wird.

Anlässlich der Vorstellung der Mitteilung sagte die für maritime Angelegenheiten und Fischerei zuständige Kommissarin, Maria Damanaki: "Alle europäischen Wirtschafszweige sind wichtig, um uns durch diese schwierige Phase zu bringen. Die blaue Wirtschaft bietet Chancen für nachhaltiges Wirtschaftswachstum sowohl in traditionellen als auch in neu entstehenden Sektoren der Meereswirtschaft. Diese Bereiche der europäischen Wirtschaft zeichnen sich durch Innovation, Unternehmergeist und Dynamik aus. Bei blauem Wachstum geht es darum, alle - von den europäischen Institutionen und den Mitgliedstaaten bis hin zu den Regionen und KMU - dazu zu bringen, an der Bewältigung bestehender Herausforderungen mitzuarbeiten, um eine möglichst produktive und nachhaltige Nutzung der Ressourcen unserer Meere und Küsten zu gewährleisten".

Quelle und weitere Informationen:

  • EU-Aktuell der Europäischen Kommission Deutschland vom 13.09.2012
  • Website der Generaldirektion Fischerei und maritime Angelegenheiten