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25 Jahre Erasmus-Programm - Das Programm für europaweite Mobilität und Zusammenarbeit in der Hochschulbildung

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Am 30. Januar 1987 wurde das Austauschprogramm "Erasmus" für Studierende gegründet. Seitdem haben fast drei Millionen junge Menschen von einem Studien- oder Arbeitsaufenthalt im europäischen Ausland profitiert. Das Erasmus-Programm ermöglicht z.B. Studenten ab dem 2. Studienjahr ein Auslandssemester oder -praktika und gibt ihnen damit die Chance, Erfahrungen im europäischen Ausland zu sammeln und damit ihre späteren Berufschancen zu verbessern. An dem Erasmus-Programm nehmen außer den 27 EU-Mitgliedstaaten auch noch die EWR-Länder Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz und die Türkei teil. Am beliebtesten sind unter den StudentInnen ein Aufenthalt in Spanien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Italien.

Unter dem Slogan "25 Jahre Erasmus": Prägende Erfahrungen - neue Perspektiven" feiert die Europäische Union das Jubiläum mit vielen Informationsveranstaltungen in allen Mitgliedsländern. Die Europäische Kommission rechnet damit, das im akademischen Jahr 2011/2012 mehr als 250.000 StudentInnen das Programm für einen Auslandsaufenthalt nutzen werden.

Anlässlich des Jubiläums sagte der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, "Erasmus hat eine enorme Wirkung entfaltet; nicht nur für die einzelnen Studierenden, sondern auch für die europäische Wirtschaft insgesamt. Es vermittelt jungen Menschen das Vertrauen und die Fähigkeit, in anderen Ländern mit den passenden Arbeitsplätzen zu arbeiten, anstatt in einem Land festzusitzen, in dem es keinen Bedarf für ihre Qualifikation gibt".

Nach Angaben der für die Bereiche Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend zuständige EU-Kommissarin Androulla Vassiliou ist das Erasmus-Programm das bekannteste und beliebteste Programm der EU. "Über Erasmus-Austausche erhalten auch Lehrende und anderes Bildungspersonal die Möglichkeit zu sehen, wie Hochschulbildung in anderen Ländern funktioniert, und die besten Ideen mit nach Hause zu nehmen. In vielen Ländern übersteigt die Nachfrage nach Programmplätzen die verfügbaren Ressourcen bei Weitem - das ist einer der Gründe, warum wir in unserem Vorschlag für ein neues Programm im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Jugend ("Erasmus für alle"), die Möglichkeiten, einen Teil der Ausbildung im Ausland zu absolvieren, ausbauen möchten".

Hintergrund

Das Erasmus-Programm startete im Jahr 1987 mit 3244 jungen Studierenden, die eine Lernerfahrung in einem der damaligen 11 ersten Teilnehmerländer absolvierten, zwischenzeitlich beteiligen sich 33 EU/europäische Länder am Erasmus-Programm. Erasmus-Studenten sollen mit einem Studien- oder einem Praktikumsaufenthalt die Chance erhalten, zu qualifizierten Abschlüssen an ihrer Heimatuniversität zu kommen, in dem sie andere Kulturen und Sprachen kennenlernen. Der jeweilige Aufenthalt kann zwischen drei und zwölf Monaten dauern, bei einer Kombination von Studium und Praktikum bis zu 24 Monate. Die Erasmus-Mobilität steht allen Studenten offen, die in einem der teilnehmenden Länder studieren und sich im zweiten Studienjahr befinden, ein Praktikumsaufenthalt ist bereits ab dem ersten Studienjahr möglich. Interessenten wenden sich am  besten an das Deutsche Akademische Auslandsamt an ihrer Hochschule und erhalten dort Auskünfte zum Auswahlverfahren und zur möglichen finanziellen Unterstützung (StudentInnen können finanzielle Zuschüsse für die Abdeckung von Lebenshaltungs- und Reisekosten erhalten, durchschnittlich € 200,-). Studierende mit besonderen Bedürfnissen (z.B. aufgrund körperlicher Behinderung) können zusätzliche finanzielle Mittel zur Abdeckung von Mehrkosten beantragen. Zusätzlich können Studierende vor dem Studien- oder Praktikumsbeginn an einem Erasmus-Intensivsprachkursus für weniger verbreitete und unterrichtete Sprachen teilnehmen.

Dagegen entstehen keine Studiengebühren an der ausländischen Universität. Beide Universitäten (die Abgebende und die Aufnehmende) haben eine ERASMUS-Hochschulcharta abgeschlossen, die dazu führt, dass gegenseitig keine Studiengebühren erhoben werden.

Mit den Jahren hat das Programm seine Aktionen ausgeweitet. Die Studierenden können sich zwischenzeitlich auch für ein Unternehmenspraktikum im europäischen Ausland bewerben, daneben können Lehrkräfte und anderes Bildungspersonal an den Hochschulen, wie z.B. Bedienstete in den Abteilungen für internationale Beziehungen im Rahmen eines Aufenthaltes ebenfalls in den beteiligten EU-Ländern lehren oder eine Schulung absolvieren. Seit dem Jahr 2009 gibt es weiterhin  "Erasmus für Unternehmen", diese Aktion ermöglicht es Firmeninhabern in einem Betrieb ihrer Wahl in einem der 33 teilnehmenden Ländern einen bis zu sechsmonatigen Arbeits-/Erfahrungsaufenthalt zu absolvieren (siehe hierzu Info des Europe Direct Informationszentrums unter der Rubrik "EU-Förderprogramme").

Quelle und weitere Informationen: EU-Aktuell vom 31.01.2012, http://ec.europa.eu/education/lifelong-learning-programme/doc80_de.htm