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Eurobarometer-Umfrage macht Nahrungsmittelverschwendung und mangelndes Bewusstsein für Müllvermeidung deutlich

Eine Eurobarometer-Umfrage vom Januar 2011 hat deutlich gemacht, dass 60% aller BürgerInnen in der Europäischen Union das Bewusstsein für den täglichen Abfall fehlt, den sie täglich produzieren: Jeder EU-Bürger sorgt jedes Jahr für 513 kg Hausmüll, ohne es zu wissen; insbesondere bei Nahrungsmitteln ist die Verschwendung am größten, Deutschland ist das Mitgliedsland in der EU, in dem die meisten Lebensmittel weggeworfen werden. Laut der Umfrage entsorgen 81% der deutschen Bevölkerung bis zu 15% der von Ihnen gekauften Lebensmittel.

Nach den Worten von EU-Umweltkommissar Janez Potocnik zeigt die Umfrage "...dass die meisten von uns sich nicht darüber im Klaren sind, wie viel sie wegwerfen. Dort, wo Abfall unvermeidbar ist, müssen wir ihn als wertvolle Ressource nutzen. Viele unserer Abfälle können wiederverwendet oder recycelt werden; das gilt für Nahrung ebenso wie für Gartenabfälle und alte Handys. Und der sparsame Umgang mit Ressourcen kann sogar Geld sparen: Durch die Reduzierung von Nahrungsmittelabfällen können EU-Haushalte beispielsweise rund 500 Euro einsparen".

Bei der Erhebung "Attitudes of Europeans towards resource efficiency" (Einstellung der Europäer zur Ressourceneffizienz) wurde untersucht, welche Einstellungen sie zu Ressourceneffizienz, Abfallbewirtschaftung und Recycling haben und wie sie im täglichen Leben damit umgehen.

Die Umfrage hat deutlich gemacht, dass nur Wenigen bewusst ist, wie viel Abfall ein einzelner Haushalt tatsächlich erzeugt. In 21 von 27 Mitgliedstaaten sind die BürgerInnen allerdings der Ansicht, dass ihr Haushalt nicht zu viel Müll produziert; diese Meinung wird am häufigsten in Lettland (73%), Bulgarien (74%) und Rumänien (75%) vertreten. Gleichzeitig schätzen die EU-Bürger die Menge an Nahrung, die sie wegwerfen als niedrig ein, rund ein Zehntel ist der Ansicht, dass sie die Nahrungsmittel nicht verschwenden würden. Laut einer Studie der britischen gemeinnützigen Gesellschaft "Waste & Resources Action Programme" werden jedoch 25% der gekauften Lebensmittel von Privathaushalten weggeworfen.

Zu diesem Thema äußern 60% der BürgerInnen die Ansicht, dass durch besser kalkulierte Portionsgrößen vermieden werden könnte, dass zu viel gekocht wird und dass bessere Lebensmitteletikettierung helfen würde, weniger Nahrung zu entsorgen. In diesem Zusammenhang sprechen sich die BürgerInnen auch für kleinere Portionsgrößen und eine eigene bessere Planung vor dem Einkauf aus.

In fast allen EU-Mitgliedstaaten plädieren 70% der BürgerInnen für eine bessere Müllabfuhr, damit die Abfallbewirtschaftung in der Gemeinde verbessert wird; dabei unterstützen 63% der befragten die Idee, dass der Hersteller für die Sammlung und das Recycling von Abfall bezahlen sollte.

Eine überwältigende Mehrheit der EU-BürgerInnen (86%) ist bereit, Produkte aus Recyclingmaterial zu kaufen, in Dänemark und Schweden ist mit 96% die Bereitschaft hierzu am größten. Außerdem gaben sieben von 10 EU-BürgerInnen an, dass sie Möbel, elektronische Geräte oder Textilien auch gebraucht kaufen würden.

Quelle und Information: EU-AKTUELL vom 28.03.2011 und http://ec.europa.eu/public_opinion/flash/fl_316_en.pdf (Eurobaromter-Umfrage in englischer Sprache)

Studie der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)

Eine Studie der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen kommt zu einem gleichlautenden nüchternen Ergebnis. Danach belegt die Studie, dass rund ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel verschwendet wird bzw. verloren geht. In den Industriestaaten werden jährlich mehr als 220 Mio. Tonnen an Nahrungsmittel weggeworfen, in Deutschland sind es rund 20 Mio. Tonnen.

Zu der Studie sagte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner "Wir leben in einer Überfluss- und Wegwerfgesellschaft". Eine Studie soll jetzt die Situation in Deutschland untersuchen und Lösungsansätze für die Verringerung von Nahrungsmüll entwickeln.