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Inhalt

Eigentumsförderung

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert Haushalte mit mindestens einer volljährigen Person und einem Kind oder einer schwerbehinderten Person, deren anrechenbares Einkommen die Einkommensgrenze des § 13 Wohnraumförderungs- und Nutzungsgesetz (WFNG) nicht übersteigt.

Gefördert werden

  • Neubauförderung:
  • Bau oder Ersterwerb von Eigenheimen und selbstgenutzten Eigentumswohnungen (Neubau), sowie die erstmalige Schaffung eines Förderobjektes durch Aufstockung eines Gebäudes oder Anbau an ein Gebäude (Erweiterung)
  • Erwerb bestehenden Wohnraums:
    Erwerb vorhandener Eigenheime und vorhandener zur Selbstnutzung bestimmter Eigentumswohnungen mit gutem energetischem Standard, sowie Erwerb vorhandener Eigenheime und zur Selbstnutzung bestimmter Eigentumswohnungen in der Bauform von Doppel- und Reihenhäusern in Kombination mit Maßnahmen zum Zweck der energetischen Verbesserung und anderer Wohnwertverbesserungen des Förderobjektes (Kombimodell).

  • Förderung zusätzlicher Baumaßnahmen für schwerbehinderte Menschen.

Fördervoraussetzungen

  1. Haushalte mit mindestens einer volljährigen Person und einem Kind oder einer schwerbehinderten Person. Zum Haushalt rechnen die Personen, die miteinander eine Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaft führen (Haushaltsangehörige).
  2. Einhaltung der Einkommensgrenze.
  3. Die Maßnahme muss die Entfaltung eines gesunden Zusammenlebens aller Haushaltsangehöriger und die angemessene familiengerechte Unterbringung gewährleisten (zum Beispiel: ausreichende Anzahl und entsprechend große Kinderzimmer). Beim Neubau oder Ersterwerb dürfen Wohn- und Schlafräume nicht kleiner als 10 Quadratmeter sein.
  4. Die notwendige Eigenleistung beträgt mindestens 15% der Gesamtkosten, davon mindestens die Hälfte in Form von Eigenkapital (Guthaben).
  5. Die Einhaltung der im Rhein-Kreis Neuss als angemessen angesehenen Gesamtkosten des Förderobjektes.
  6. Die dauerhafte Tragbarkeit der Belastung muss gegeben sein; d.h. die Belastung des Förderobjektes darf die Existenzgrundlage des Haushaltes nicht gefährden.

Einkommensgrenze

Die Einkommensgrenze richtet nach der Zahl der zum Haushalt rechnenden Personen:

HaushaltsgrößeEinkommensgrenze
1 Person18.430 €
2 Personen22.210 €
für jede weitere Person5.100 €
für jedes weitere zum Haushalt rechnende Kind für das Kindergeld gezahlt wird660 €

Beispiel: Bei einem Haushalt, bestehend aus 2 Erwachsenen und 2 minderjährigen Kindern beträgt die Einkommensgrenze 33.730 € (22.210 € + 2 x 5.100 € + 2 x 660 €).

Ein Kind rechnet bereits zum Haushalt, wenn dessen Geburt erwartet wird.

Haushaltseinkommen

Maßgebendes Einkommen ist die Summe der Jahreseinkommen aller Haushaltsangehöriger abzüglich der anrechnungsfreien Beträge. Maßgebend sind die Verhältnisse im Zeitpunkt der Antragstellung.

Zum Jahreseinkommen gehören u.a. bei Arbeitnehmern das steuerpflichtige (nicht das zu versteuernde) Jahresbruttoeinkommen, bei Selbstständigen der Gewinn, empfangene Unterhaltsleistungen, Pensionen, Renten, usw.. Vom Gesamteinkommen des Haushalts werden je nach Einzelfall Frei- und Abzugsbeträge, sowie ein pauschaler Abzug berücksichtigt. Maßgebend sind die Verhältnisse im Zeitpunkt der Antragstellung.

Vom Einkommen eines Arbeitnehmers werden der Arbeitnehmer-Pauschbetrag in Höhe von 1.000 € oder nachgewiesene höhere Werbungskosten abgezogen. Nach Abzug des Arbeitnehmer-Pauschbetrages oder der Werbungskosten erfolgt ein pauschaler Abzug in Höhe von 12 %, wenn Steuern vom Einkommen, ein weiterer Abzug in Höhe von 10 % wenn Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, sowie ein Abzug in Höhe von 12 % wenn Beiträge zu Renten- oder Lebensversicherungen entrichtet werden.

Vom Einkommen können je nach Einzelfall Freibeträge in Abzug gebracht werden, wenn die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen.

Freibeträge einblenden/ausblenden

  • 665 € für jede häuslich pflegebedürftige Person der Pflegestufe I oder jede schwer behinderte Person mit einem Grad der Behinderung von 50 bis unter 80;

  • 1 330 € für jede häuslich pflegebedürftige Person der Pflegestufe II oder jede schwer behinderte Person mit einem Grad der Behinderung von 80 bis unter 100;

  • 2 100 € für jede häuslich pflegebedürftige Person der Pflegestufe I oder II mit einem Grad der Behinderung von unter 80;

  • 4 500 € für jede häuslich pflegebedürftige Person der Pflegestufe III oder jede schwer behinderte Person mit einem Grad der Behinderung von 100 sowie für jede häuslich pflegebedürftige Person im Sinne des § 14 Elftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB XI) mit einem Grad der Behinderung von wenigstens 80;

  • 4 000 € bei Zwei-Personen-Haushalten und jungen Ehepaaren (§ 29 Nummer 7) mit mindestens einem Kind;

  • bis zu 4 000 € für Aufwendungen zur Erfüllung gesetzlicher Unterhaltsverpflichtungen für eine haushaltsangehörige Person, die auswärts untergebracht ist;

  • bis zu 8 000 € für Aufwendungen zur Erfüllung gesetzlicher Unterhaltsverpflichtungen für eine nicht zum Haushalt rechnende frühere oder dauernd getrennt lebende Ehegattin oder Lebenspartnerin oder einen nicht zum Haushalt rechnenden früheren oder dauernd getrennten Ehegatten oder Lebenspartner;

  • bis zu 4 000 € für Aufwendungen zur Erfüllung gesetzlicher Unterhaltsverpflichtungen für eine sonstige nicht zum Haushalt rechnende Person.

  • höhere Unterhaltsleistungen als die aufgeführten sind nur anrechnungsfrei, wenn sie in einer Unterhaltsvereinbarung, einem Unterhaltstitel oder Bescheid festgestellt werden.

Darlehen und Konditionen zur Förderung eines Neubaues oder ErsterwerbesDarlehen und Konditionen zur Förderung eines Neubaues oder Ersterwerbes
 Dormagen, Kaarst, Meerbusch, NeussGrevenbroich, Jüchen, Korschenbroich, Rommerskirchen
Grundpauschale78.000 €67.500 €
Kinderbonus je Kind10.000 €10.000 €
Stadtbonus (nur Stadt Neuss)15.000 €-
Zusatzdarlehen Barrierefreiheit *10.000 €10.000 €
Starterdarlehen10.000 €10.000 €
Auszahlung99,6 %99,6 %
Zinsen und Verwaltungskostenbeitrag1,0 %1,0 %
Tilgung1,0 %1,0 %
Tilgung Starterdarlehen5,0 %5,0 %

* Einhaltung besonderer Anforderungen nach DIN 18040-2 erforderlich

Darlehen und Konditionen zur Förderung eines Neubaues oder Ersterwerbes im Bestand
 Dormagen, Kaarst, Meerbusch, NeussGrevenbroich, Jüchen, Korschenbroich, Rommerskirchen
Grundpauschale62.400 €54.000 €
Kinderbonus je Kind8.000 €8.000 €
Stadtbonus (nur Stadt Neuss)12.000 €
Starterdarlehen10.000 €10.000 €
Auszahlung99,6 %99,6 %
Zinsen und Verwaltungskostenbeitrag1,0 %1,0 %
Tilgung1,0 %1,0 %
Tilgung Starterdarlehen5,0 %5,0 %
Darlehen und Konditionen zur Förderung des Erwerbes eines bereits bestehenden Objektes mit gutem energetischen Standard; gilt für Objekte, für die nach dem 31.12.1994 der Bauantrag gestellt oder die Bauanzeige getätigt wurde, oder die mindestens den Standard der Wärmeschutzverordnung 1995 erfüllen, oder deren Endenergiebedarf laut Energiebedarfsausweis den Wert von 150 kWh/(m²a) nicht überschreitet.
 Dormagen, Kaarst, Meerbusch, NeussGrevenbroich, Jüchen, Korschenbroich, Rommerskirchen
Grundpauschale54.600 €47.300 €
Kinderbonus je Kind7.000 €7.000 €
Stadtbonus (nur Stadt Neuss)10.500 €
Starterdarlehen10.000 €10.000 €
Auszahlung99,6 %99,6 %
Zinsen und Verwaltungskostenbeitrag1,0 %1,0 %
Tilgung2,0 %2,0 %
Tilgung Starterdarlehen5,0 %5,0 %
Darlehen und Konditionen zur Förderung des Erwerbes eines bereits bestehenden Objektes und energetischer Verbesserung (Kombimodell)Darlehen und Konditionen zur Förderung des Erwerbes eines bereits bestehenden Objektes und energetischer Verbesserung (Kombimodell)
 Dormagen, Kaarst, Meerbusch, NeussGrevenbroich, Jüchen, Korschenbroich, Rommerskirchen
Grundpauschale62.400 €54.000 €
Kinderbonus je Kind8.000 €8.000 €
Stadtbonus (nur Stadt Neuss)12.000 €
Starterdarlehen10.000 €10.000 €
Auszahlung99,6 %99,6 %
Zinsen und Verwaltungskostenbeitrag1,0 %1,0 %
Tilgung2,0 %2,0 %
Tilgung Starterdarlehen5,0 %5,0 %

Der Erwerb von Eigenheimen bzw. Eigentumswohnungen in der Bauform von Doppel- und Reihenhäusern, die nicht den energetischen Anforderungen entsprechen, kann nur in Kombination mit baulichen Maßnahmen zum Zweck der energetischen Verbesserung des Förderobjektes gefördert werden. Hier sind die Erwerber verpflichtet, innerhalb eines Jahres nach Erteilung der Förderzusage den Nachweis zu erbringen, dass Maßnahmen durchgeführt wurden, die gewährleisten, dass der Energiebedarf des Förderobjekts laut Energiebedarfausweis den Wert von 150 kWh/(m²a) nicht überschreitet. In diesem Fall ist die Planung geeigneter Maßnahmen mit Antragstellung nachzuweisen. Der Nachweis ihrer Eignung ist mit dem Formular eines Energiebedarfsausweises zu führen, in dem die geplanten Maßnahmen aufgeführt werden.

Die voraussichtlichen Kosten der Maßnahmen sind jeweils durch Kostenvoranschläge oder durch qualifizierte Kostenaufstellung anzugeben. Die Bewilligungsbehörde prüft die Angemessenheit und die sachliche und rechnerische Richtigkeit.

Die Durchführung der Maßnahmen ist mittels vorgeschriebener Unternehmererklärung nachzuweisen. Ansonsten ist vor Auszahlung der letzten Darlehensrate mit einem Energiebedarfsausweis nachzuweisen, dass der Endenergiebedarf des Förderobjektes den Wert von 150 kWh/(m²a) nicht überschreitet.

Darlehen für Schwerbehinderte

Für Baumaßnahmen im Zusammenhang mit der Neuschaffung, dem Erwerb oder der Nachrüstung von Eigenheimen und selbst genutzten Eigentumswohnungen können zugunsten von Schwerbehinderten mit einem Grad der Behinderung von 50 Darlehen bewilligt werden, wenn

  1. das anrechenbare Einkommen des begünstigten Haushalts die Einkommensgrenze nicht oder um bis zu 40 v.H. übersteigt;
  2. die zusätzliche Baumaßnahme (z. B. Rampe, Hebeanlage, behinderungsgerechte Küche oder behinderungsgerechtes Bad, WC) wegen der Art der Behinderung erforderlich ist und
  3. das Darlehen zur Deckung der Mehrkosten der behindertengerechten Baumaßnahmen notwendig ist.

Das Darlehen beträgt je Wohnung höchstens:

  • 40.000 € für begünstigte Haushalte, deren anrechenbares Einkommen die Einkommensgrenze nicht übersteigt,
  • 20.000 € für begünstigte Haushalte, deren anrechenbares Einkommen die Einkommensgrenze um bis zu 40 v.H. übersteigt.

Eine Förderung ist nicht zulässig, wenn das zur Deckung der Kosten zu bewilligende Baudarlehen 2.000 € unterschreiten würde.

Darlehenskonditionen

Bei der Gewährung des Baudarlehens werden folgende Bedingungen in die Förderzusage und den Darlehensvertrag aufgenommen:

Zinsen

Das Baudarlehen ist ab Bezugsfertigkeit mit 0,5 v. H. pro Jahr zu verzinsen.

Nach Ablauf von 10 Jahren seit Bezugsfertigkeit ist das Darlehen mit 2 v. H. über dem zum Zeitpunkt der Zinserhöhung gültigen Basiszinssatz gemäß § 247 BGB pro Jahr zu verzinsen.

Die Zinserhöhung wird der Darlehensnehmerin oder dem Darlehensnehmer rechtzeitig vorher angekündigt. Wird bis spätestens zwei Monate vor Ablauf der Zinsbindungsfrist durch eine entsprechende Bescheinigung der zuständigen Stelle nachgewiesen, dass ihr oder sein anrechenbares Einkommen die maßgebliche Einkommensgrenze um nicht mehr als 40 v. H. übersteigt, wird der Zinssatz für weitere 10 Jahre auf 0,5 v. H. gesenkt. Maßgeblich ist die zum Stichtag des Antrages auf Überprüfung des Einkommens geltende Einkommensgrenze.

Nach Ablauf von 20 Jahren ist das Darlehen mit 2 v. H. über dem zum Zeitpunkt der Zinserhöhung gültigen Basiszinssatz gemäß § 247 BGB pro Jahr zu verzinsen. Jeweils nach 10 Jahren erfolgt eine Anpassung an den dann gültigen Basiszinssatz.

Bei den für den Ersterwerb und den Erwerb bestehenden Wohnraums gewährten Darlehen gilt anstelle der Bezugsfertigkeit der Tag der Vollauszahlung des Darlehens.

Wird das Förderobjekt von Angehörigen der Darlehensnehmerin oder des Darlehensnehmers genutzt, ist bei der Prüfung der Verzinsung das Einkommen des nutzenden Haushalts maßgeblich.

Tilgung

Das Baudarlehen ist mit jährlich 1 v.H. – unter Zuwachs der durch die fortschreitende Tilgung ersparten Zinsen – zu tilgen. Der Tilgungssatz des Baudarlehens für eine gebrauchte Immobilie beträgt abweichend hiervon 2 v.H.

Verwaltungskosten

Für das Baudarlehen ist ein einmaliger Verwaltungskostenbeitrag in Höhe von 0,4 v.H. des bewilligten Darlehens und ein laufender Verwaltungskostenbeitrag in Höhe von jährlich 0,5 v.H. des bewilligten Darlehens zu zahlen. Nach Tilgung des Baudarlehens um 50 v.H. wird der Verwaltungskostenbeitrag vom halben Darlehensbetrag erhoben.

Verzinsung bei Fremdnutzung

Für die Dauer der Fremdnutzung wird das Baudarlehen mit 2 v. H. über dem bei Beginn der Fremdnutzung gültigen Basiszinssatz gemäß § 247 BGB pro Jahr verzinst. Dauert die Fremdnutzung an, erfolgt nach jeweils 5 Jahren eine Anpassung an den dann gültigen Basiszinssatz.

Starterdarlehen

Für das Starter- oder Zusatzdarlehen gelten die oben angegebenen Darlehensbedingungen mit Ausnahme der Tilgung. Diese beträgt 5 v.H.

Schwerbehindertendarlehen

Wird das Darlehen im Zusammenhang mit der Förderung von Eigentumsmaßnahmen gewährt, gelten die Darlehensbedingungen des maßgeblichen Fördermodells; im Übrigen gilt folgendes:

  1. das Darlehen ist mit 0,5 v.H. zu verzinsen,
  2. das Darlehen ist mit jährlich 2 v.H. unter Zuwachs der durch die fortschreitende Tilgung ersparten Zinsen zu tilgen,
  3. für das Darlehen ist ein einmaliger Verwaltungskostenbeitrag von 0,4 v.H. des Darlehens und ab Leistungsbeginn ein laufender Verwaltungskostenbeitrag von 0,5 v.H. des Darlehens zu zahlen.

Nach Tilgung des Darlehens um 50 v.H. wird der Verwaltungskostenbeitrag vom halben Darlehensbetrag erhoben; Zinsen, Tilgungen und Verwaltungskostenbeiträge sind halbjährlich an die NRW.BANK zu entrichten.

Auszahlung der Baudarlehen

Die NRW.BANK zahlt die bewilligten Darlehen aus, sobald ihr die im Auszahlungsverzeichnis verlangten Nachweise vorliegen.

Die Auszahlung des Darlehens erfolgt, wenn es für ein einzelnes Eigenheim oder eine einzelne Eigentumswohnung bewilligt worden ist in drei Raten, und zwar

bei Neubau und Neuschaffung im Bestand:

30 v.H. bei Baubeginn,

40 v.H. nach Fertigstellung des Rohbaus,

30 v.H. bei Bezugsfertigkeit;

beim Ersterwerb und dem Erwerb bestehenden Wohnraums:

in einer Summe nach Bezugsfertigkeit bzw. Bezug und Nachweis aller sonstigen Auszahlungsvoraussetzungen (z.B. Grundbucheintragungen, Nachweis der Feuerversicherung usw.)

beim Kombimodell:

40 v.H. bei Abschluss des Kaufvertrages

30 v.H. bei Beginn der Ausführung der energetischen Maßnahmen,

30 v.H. bei Nachweis der Durchführung der baulichen Maßnahmen.

Der Antrag auf Auszahlung der Baubeginnrate ist unmittelbar bei der NRW.BANK unter Beifügung der erforderlichen Unterlagen zu stellen. Mit dem Antrag ist der Nachweis über die Erteilung der Baugenehmigung zu führen, sofern die Bewilligung auf der Grundlage eines Vorprüfungsvermerkes erfolgte. Außerdem ist durch die Bauherrin oder den Bauherrn und die Architektin oder den Architekten die Tatsache des Baubeginns zu bestätigen.

Die Auszahlung der Baubeginnrate ist unmittelbar bei der NRW.BANK die der weiteren Raten über die Bewilligungsbehörde, die die Fertigstellung des Rohbaus, die abschließende Fertigstellung oder die Bezugsfertigkeit bestätigt, bei der NRW.BANK zu beantragen.

Bei dem Ersterwerb von selbst genutztem Wohneigentum sind die bewilligten Baudarlehen nach Bezugsfertigkeit und nach Abschluss des auf die Übertragung des Eigentums gerichteten Vertrages in einer Summe auf ein Konto der Ersterwerberin oder des Ersterwerbers oder mit ihrer oder seiner Zustimmung auf ein Konto der Bauherrin oder des Bauherrn auszuzahlen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.

Entsprechendes gilt auch für die Auszahlung von Darlehen zum Erwerb bestehenden Wohnraums.

Die Gebäudeversicherung muss gegen das Risiko Feuer mit einer ausreichenden Versicherungssumme abgeschlossen sein.

Belege

Der Bewilligungsbehörde, der zuständigen Stelle, der NRW.BANK, dem Rechnungsprüfungsamt und dem Landesrechnungshof sind zur Prüfung auf Verlangen Einsichtnahme in die Bücher, Belege und sonstigen Geschäftsunterlagen zu gewähren. Die örtliche Erhebung ist zuzulassen,

Auskünfte sind zu erteilen und Unterlagen sind auf Anforderung im Original vorzulegen. Auch Miet-, Nutzungs- oder Dauerwohnrechtsverträge für das geförderte Objekt sind auf Verlangen diesen Stellen vorzulegen. Für alle Kosten und Zahlungen müssen bei der Antragstellerin/dem Antragsteller Belege vorhanden sein. Die Belege sind fünf Jahre nach Feststellung der Bezugsfertigkeit bereitzuhalten und auf Anforderung vorzulegen.

Eigenleistung

Die Förderung eines Eigenheims ist nur möglich, wenn eine Eigenleistung in Höhe von mindestens 15 % der entstehenden Gesamtkosten nachgewiesen werden kann. Dabei ist die Hälfte der Mindesteigenleistung durch eigene Geldmittel (Eigenkapital) zu erbringen.

Tragbarkeit der Belastung

Unabhängig davon, ob auf Grund des anrechenbaren Jahreseinkommens und der zu berücksichtigen Einkommensgrenze eine Fördermöglichkeit gegeben ist, setzt die tatsächliche Förderung voraus, dass die aus den finanziellen Verpflichtungen für das Förderobjekt entstehende Belastung auf Dauer für den Haushalt tragbar ist und der angemessene Lebensunterhalt sichergestellt bleibt.

Den aus den Darlehensverpflichtungen entstehenden Zins- und Tilgungsleistungen sind die Betriebskosten und die Kosten für die Instandhaltung in Form einer Pauschale hinzuzurechnen.

Für die Betriebskosten sind dabei je Quadratmeter Wohnfläche jährlich 28,15 € und für die Instandhaltung 8,62 € je Quadratmeter Wohnfläche anzusetzen. Die Instandhaltungskostenpauschale für eine Garage beträgt 82,60 €. Handelt es sich um eine Eigentumswohnung sind für die Verwaltung der Wohnung 334,00 € zu berücksichtigen. Bei Neubauten und Ersterwerben beträgt die Pauschale für die Betriebskosten 23,80 € je Quadratmeter Wohnfläche

Der so ermittelten Belastung ist das vorhandene monatliche Nettoeinkommen des Haushaltes gegenüber zu stellen. Nach Abzug aller Belastungen sollen monatlich für den Haushalt zum Lebensunterhalt mindestens noch verbleiben (Mindestrückbehalt):

für einen 1-Personenhaushalt780 €
für einen 2-Personenhaushalt1.000 €
für einen 3-Personenhaushalt1.255 €
für einen 4-Personenhaushalt1.510 €
für einen 5-Personenhaushalt1.765 €
für jede weitere Person255 €

Weitere Fördervoraussetzungen

Bei einem Neubau darf mit den Bauarbeiten nur begonnen werden, wenn eine Förderzusage erteilt worden ist. Der Abschluss von Lieferungs- und Leistungsverträgen (z. B. Lieferung eines Fertig- oder Ausbauhauses) darf erst nach Erteilung der Förderzusage erfolgen, es sei denn, die Verträge werden mit einem 24-monatigen kostenfreien Rücktrittsrecht abgeschlossen, für den Fall, dass die beantragten Fördermittel nicht bewilligt werden.

Wird ein Haus oder eine Eigentumswohnung schlüsselfertig von einem Bauträger erworben (Ersterwerb) muss der Förderantrag bis zur Bezugsfertigkeit gestellt werden. Sofern der notarielle Kaufvertrag vor Erteilung der Förderzusage abgeschlossen werden soll, ist der Kaufvertrag mit einem 24-monatigen kostenfreien Rücktrittsrecht zu versehen, für den Fall, dass die beantragten Fördermittel nicht bewilligt werden.

Beim Kauf einer gebrauchten Immobilie muss der Förderantrag zwingend vor Abschluss des notariellen Kaufvertrages gestellt werden; die Vereinbarung eines Rücktrittsrechts ist in diesen Fällen nicht erforderlich.

Grundsätze und Ausschluss der Förderung

Selbst genutztes Wohneigentum darf nur gefördert werden, wenn die Entfaltung eines gesunden Zusammenlebens aller Haushaltsangehörigen gewährleistet ist oder bei bestehendem Wohnraum die angemessene Wohnraumversorgung innerhalb eines Jahres nach Erteilung der Förderzusage durch Modernisierung hergestellt werden kann. Hierunter ist insbesondere zu verstehen, dass entsprechend der Anzahl aller Haushaltsangehöriger und unter Berücksichtigung der Kinder (Anzahl, Alter, Geschlecht) ausreichend Zimmer mit den notwendigen Wohnflächen vorhanden sind. Der Erwerb von Eigentumswohnungen in Hochhäusern wird nicht gefördert. Bei neu geschaffenen Objekten dürfen Wohn- oder Schlafräume nicht kleiner als 10 Quadratmeter sein. Bei der Förderung des Erwerbs bestehender Eigentumswohnungen in Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen ist darauf zu achten, dass die Wohnungseigentumsanlage ordnungsgemäß Instand gehalten oder modernisiert wurde oder eine ausreichende Instandhaltungsrücklage gebildet wurde oder gebildet wird.

Die Förderung ist ausgeschlossen, wenn in Fällen des Ersterwerbs und des Erwerbs bestehenden selbst genutzten Wohnraums der Kaufpreis einschließlich Nebenkosten oder bei Bauherrenmaßnahmen die Gesamtkosten diejenigen Gesamtkosten überschreitet, die im Bereich der Bewilligungsbehörde als angemessen anzusehen sind. Die Förderung setzt voraus, dass das Bauvorhaben den Anforderungen des Bauaufsichtsrechts entspricht. Diese Voraussetzung ist als erfüllt anzusehen, wenn

  1. bei genehmigungsbedürftigen Bauvorhaben die Baugenehmigung vorgelegt wird,
  2. bei genehmigungsfreien Vorhaben, die Bauherrin oder der Bauherr erklärt, dass die Gemeinde nicht die Durchführung des Baugenehmigungsverfahrens gefordert hat.

Die Förderung ist trotz Erfüllung der Fördervoraussetzungen ausgeschlossen, wenn und soweit sie offensichtlich nicht gerechtfertigt wäre. Dabei sind alle Umstände des Einzelfalls mit dem Ziel zu würdigen, den offensichtlich ungerechtfertigten Einsatz von Fördermitteln zu vermeiden. Die Förderung ist insbesondere in der Regel dann nicht gerechtfertigt, wenn

  1. die Förderempfängerin, der Förderempfänger oder eine Haushaltsangehörige bzw. ein Haushaltsangehöriger nach Kenntnis der Bewilligungsbehörde so viel eigenes Vermögen (z. B. Guthaben, Wertpapiere, Beteiligungen, Grundvermögen, Haus, Eigentumswohnung, Luxusgüter) für die Finanzierung selbst genutzten Wohneigentums einsetzen kann, dass eine weitergehende Wohnkostenentlastung durch Gewährung von Fördermitteln unbillig erschiene.
  2. verwertbares Vermögen, dessen Einsatz zur Ablehnung des Antrags gemäß Buchstabe a geführt hätte, für die Bewilligungsbehörde erkennbar offensichtlich mit dem Ziel, Fördermittel zu erlangen, auf Dritte übertragen wurde,
  3. die Förderung des Erwerbs bestehenden Wohnraums im Zusammenhang mit einer Erbauseinandersetzung unter Verwandten der Antragstellerin oder des Antragstellers steht.

Bitte beachten Sie, dass die Informationen an dieser Stelle nicht vollständig und abschließend sein können. Es wird daher empfohlen, vertragliche Verpflichtungen erst dann einzugehen, wenn Sie sich bei der Bewilligungsbehörde informiert haben.

Persönliche Beratung

Vereinbaren Sie vor einer Antragstellung telefonisch einen Termin für ein persönliches Beratungsgespräch. Für eine überschlägliche Berechnung des anrechenbaren Jahreseinkommens halten Sie bitte die Zahlen Ihres steuerpflichtigen Bruttoeinkommens, die Höhe Ihrer Werbungskosten, sowie sonstige Einnahmen (z.B. Einkünfte aus geringfügiger Beschäftigung (Mini-Job), Unterhaltsleistungen usw.) bereit. Bei Gewerbetreibenden oder Selbständigen ist der Gewinn aus dem Einkommensteuerbescheid 2014 oder der Einkommensteuererklärung für das Jahr 2014 und aus der für das Jahr 2015 aufzustellenden Gewinn- und Verlustrechnung maßgebend.

Diese Unterlagen benötigen Sie

  1. Förderantrag
  2. Einkommenserklärung mit Anlage
  3. weitere im Förderantrag aufgeführte Unterlagen (abhängig vom Einzelfall)

Diese Kosten entstehen bei uns

500,00 Euro