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Schloss Dyck

Schloss Dyck

Schloss Dyck in Jüchen, ehemals Stammsitz der Altgrafen und Fürsten Salm-Reifferscheidt-Dyck und Residenz einer kleinen, über Jahrhunderte autonomen Herrschaft, ist eine der kulturhistorisch bedeutendsten Schlossanlagen des Rheinlandes.

Umgeben von einem historischen Landschaftspark mit wertvollen dendrologischen Beständen, blickt das imposante Wasserschloss auf eine mehr als 900 Jahre lange Geschichte zurück.

Die Kontinuität ihrer Besitzerfolge und der authentische Erhaltungszustand der Gesamtanlage begründen den außergewöhnlichen Rang von Dyck. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts blieb die barocke Gesamtanlage fast unverändert erhalten. Sie ist von einem großen Park im englischen Stil umgeben. Den Landschaftsgarten mit einer bemerkenswerten Sammlung seltener Baumarten entwarf 1819 der schottische Gartenarchitekt Thomas Blaike im Auftrag des Fürsten Josef.

Stiftung Schloss Dyck

Mit einem ebenso ehrgeizigen wie spannenden Vorhaben begann 1999 eine neue Phase in der ereignisreichen Geschichte von Schloss Dyck. Im Dezember 1999 wurde die gemeinnützige Stiftung Schloss Dyck zu einem in seiner Art einzigartigen Zweck gegründet: Als Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur soll sie Ausstellungen zur Geschichte und Gegenwart der Gartenkunst entwickeln und ein entsprechendes wissenschaftliches Institut aufbauen. Gemeinsame Stifter sind Marie Christine Wolff-Metternich, der Rhein-Kreis Neuss, die Gemeinde Jüchen, das Land Nordrhein-Westfalen und der Landschaftsverband Rheinland. Bei den aufwändigen Sanierungsmaßnahmen wird die Stiftung nachhaltig vom Land Nordrhein-Westfalen sowie vom Rhein-Kreis Neuss unterstützt.

Die Neuen Gärten

Zur nordrhein-westfälischen Landesgartenschau 2002 wurde das historische Ensemble von Schloss und historischem Schlosspark mit einer "Parc Agriculture", den Neuen Gärten auf dem Dycker Feld, erweitert. Auch hier haben der Rhein-Kreis Neuss und die Gemeinde Jüchen die Durchführung der Landesgartenschau unterstützt. In einem im Laufe des Jahres langsam ansteigenden "Meer" aus Chinaschilf (Miscanthus) finden die Besucher 24 zeitgenössische, experimentellen Gärten. Die Neuen Gärten wurden mit dem 1. Platz beim "Nordrhein-Westfälischen Landschaftsarchitekturpreis 2003/2004" ausgezeichnet. Bereits beim Deutschen Landschaftsarchitekturpreis-Preis in 2003 zählte die Arbeit des jungen Landschaftsarchitekten Stefan Lenzen (RMP-Büro) zu den Preisträgern.

Anlage von Schloss Dyck

Die Anlage von Schloss Dyck mit Vorburgen und Wirtschaftsgebäuden steht auf vier Inseln. Der 1656 begonnene barocke Bau ist großzügig gestaltet und klar gegliedert. Dyck ist nicht nur Wehrburg und Residenz. Vor allem die Einheit von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden ist für das Wesen der größten rheinischen Wasserburg charakteristisch - von hier aus wurde das Land bewirtschaftet. Der Schlosspark beherbergt eine bemerkenswerte Sammlung seltener und wertvoller Baumarten. Weitere namenhafte Gartenkünstler haben auf Dyck gewirkt, so Peter-Josef Lenné, Maximilian Friederich Weyhe und später Hermann Matern. Das Ensemble gilt als großartiges Zeugnis rheinischer Kulturgeschichte und ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur

Zusätzlich entstand in 2003 auf Dyck ein in Deutschland einmaliges "Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur" mit Ausstellung zur Gartenkunst. Die Eröffnung der Ausstellung "Historie", "Landschaft" und "Grazie" ermöglichten erstmalig wieder nach Teilsanierung vor ca. zehn Jahren, das Schloss und den Stallhof der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Während die Ausstellung "Historie" einen Einblick in die Geschichte von Schloss Dyck gibt, beschäftigt sich die Ausstellung "Landschaft" mit der Geschichte des Landschaftsgarten im 18. und 19. Jahrhundert. In der Ausstellung "Grazie" präsentieren zehn zeitgenössische und international rennomierte Künstler unter dem Kurator Jan Hout ihre Arbeiten, die den architektonischen Charakter und den speziellen Charme des Ortes berücksichtigen und subtil mit seinem Ambiente spielen. "Historie" und "Landschaft" sind als Dauerausstellung angelegt, "Grazie" endete im September 2006.

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