Sammlungen Titel
© Kulturzentrum Sinsteden

Sie befinden Sich hier:

Inhalt

Sammlungen und Institute

Kultur |

Ulrich Rückriem Skulpturen-Hallen

Der 1938 in Düsseldorf geborene Bildhauer Ulrich Rückriem realisierte zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland. Er sieht sich Räumlichkeiten an, zeichnet mögliche Entwürfe für den Aufbau und wählt Skulpturen aus. Im Laufe seiner Ausstellungstätigkeit entstand der Wunsch nach eigenen Räumen, die seinen Vorstellungen und den Anforderungen des Materials entsprechen. So entwickelte sich die Idee, hier in Sinsteden eigene Hallen zu errichten.

Auf der Ackerfläche hinter dem Landwirtschaftsmuseum plante Ulrich Rückriem zwei schlichte, weiße Hallen, die von außen wie landwirtschaftliche Zweckbauten wirken. Sie ordnen sich in das bestehende Gefüge der Agrarlandschaft ein und wurden 1994 eröffnet. Die Architektur ist funktional und nüchtern, eine Stahlkonstruktion trägt das Hallendach. Die Wände aus Kalksandstein sind von Innen gegen die Stahlpfeiler gesetzt, so dass sich eine durchgehende Fläche ergibt. Ebenso wie das äußere Erscheinungsbild legte Rückriem die Einteilung des Innenraumes fest. Nicht tragende, jedoch den Außenwänden entsprechend gemauerte Wände wurden eingezogen und bilden unterschiedliche Raumgrößen mit rechteckigem oder quadratischem Grundriss. Oberhalb der äußeren Mauer und unterhalb des Daches verläuft ein Fensterband, das eine natürliche Beleuchtung der Skulpturen von schräg oben schafft. Für Rückriem ist es die ideale Lichtführung, der konsequenterweise auf künstliche Beleuchtung verzichtet. Nach Fertigstellung der Hallen wählte Rückriem für die Räume Werke aus, die für ihn ein ideales Verhältnis zwischen dem Innenraum und der Skulptur herstellen.

Landwirtschaftsmuseum

Hier im Landwirtschaftsmuseum haben wir die wichtigsten Produkte, die in dieser Region angebaut wurden und noch werden als Grundlage unseres Konzeptes genommen. An Hand der hier ausgestellten Geräte sieht man, wie vor 150, 100 und 50 Jahren der Boden bearbeitet, die Aussaat vorgenommen und geerntet wurde. Am Beispiel dieser Geräte ist die Entwicklung des Ackerbaus abzulesen und damit verbunden enorme Veränderungen für die Landwirtschaft, die Einfluss auf die dörfliche Gemeinschaft und schließlich die Bevölkerung genommen haben.

Archäologische Sammlung

Die archäologische Sammlung der Gemeinde Rommerskirchen kam als Leihgabe 1997 ins Landwirtschaftsmuseum und zeigt Fundstücke eines Bauernhofes aus römischer Zeit. Am südwestlichen Rand des Ortsteils Nettesheim-Butzheim wurden 1987 die Grundmauern eines Gebäudes, der ‚villa rustica’, ausgegraben. Der Bauernhof wurde um 100 n. Chr. erbaut und bestand etwa 175 Jahre lang. Es gab verschiedene Bauphasen. Das Bauverfahren der römischen Zeit unterschied sich deutlich von dem heutigen. Während heute die Mauern auf einer durchgehenden Fundamentplatte hochgezogen werden, fundamentierten die Römer jede Mauer einzeln, einen Keller gab es in der Nettesheimer Villa nicht. Von dem Bauwerk war vermutlich nur der Sockel bis zu einer Höhe von 2 Metern massiv gemauert, die Wände bestanden aus Fachwerk und das Dach war mit Ziegeln gedeckt. Der Säulengang, der Porticus, und zwei turmähnliche Vorbauten an der linken und rechten Seite, die Eckrisaliten, bildeten die Fassade. Ein vor dem Herrenhaus stehender Betrachter blickte auf einen massiven Sockel, der nur von der Eingangstreppe unterbrochen wurde. Umgekehrt hatte der Hausbesitzer von dem Porticus aus einen guten Überblick über sein Anwesen und das Gillbachtal. Das zweistöckige Haus enthielt einen großen Hauptraum hinter dem Porticus, eine Küche mit Herd und Backofen, Nebenräume, Treppenhäuser und ein Bad mit Heiß- Warm- und Kaltbaderaum. Die Räume waren teilweise mit Wandmalereien ausgeschmückt, im Bad gab es Marmor und Stuckverkleidungen. Nebengebäude, wie Scheunen und Stallungen waren mit Sicherheit vorhanden, wurden aber nicht gefunden. In dieser Villa wurden viele Keramikscherben, eine Münze, Bronzen und Glas, Wandmalereien und Haarnadeln aus Knochen gefunden. Vom Rheinischen Landesmuseum Bonn erhielt das Kulturzentrum Sinsteden weitere archäologische Leihgaben aus der Gemeinde Rommerskirchen. Das Highlight sind ein Blei-Sarkophag mit einem männlichen Skelett und ein Steinsarg mit der Brandbestattung einer Frau sowie unterschiedlichen Grabbeigaben aus dem 3. Jahrhundert.

Rheinisches Kaltblut-Archiv

Das 'Archiv des Rheinischen Kaltblutpferdes' wurde 1997 dem Kulturzentrum Sinsteden von der Kreiszüchterzentrale übergeben. Hier ist die Geschichte und der vielfältige Arbeitseinsatz der 'Dicken' dokumentiert. Auf der Suche nach einem schweren Arbeitspferd für die Landwirtschaft wurde 1892 das Rheinische Pferdestammbuch gegründet, das sich zur Aufgabe machte, ein 'Pferd kaltblütigen Schlages mit starken Knochen' zu züchten. Bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts und mit der beginnenden Motorisierung  hatten diese Pferde in der Landwirtschaft,  Industrie und im Handel hervorragende Dienste geleistet.

Schwere Geschirre zeigen die unterschiedlichen Anspannungen  und alte, handgeschriebene Zuchtbücher geben Auskunft über die Erfolge dieser Pferdezucht, die sogar auf Weltausstellungen präsent waren.

Institut für angewandte Hippologie

2003 wurde das Institut für angewandte Hippologie von Volker Raulf und Dr. Cornelia Dreyer – Rendelsmann mit Sitz in Sinsteden gegründet.

Die "Pferd-ologie" Die Hippologie, das Wissen rund ums Pferd hat viele Facetten. Es geht um Landwirtschaft mit Zucht, Haltung und Fütterung, um Sport mit allen Fachgebieten von der Trainingsphysiologie bis zur Pädagogik , um Medizin von der Kolikoperation bis zur Verhaltensforschung, um Ethik und Kunst. Wissenschaftler zu diesen Themengebieten sitzen deshalb in unterschiedlichsten Fachbereichen, wo sie jeweils ihr Thema Pferd mühsam gegen andere Fachthemen wie Rind und Schwein, Fußball oder Skispringen, Hunde- und Katzenkrankheiten durchsetzen müssen. Der interdisziplinäre Austausch bleibt aufgrund dieser Konstellation häufig auf der Strecke.

Die neuen Nutzen des Pferdes Mit der Nutzungsänderung des Pferdes vom Arbeitspferd zum reinen Freizeit- und Sportpartner geht eine Strukturwandlung von Pferdehaltung, Pferdebesitzern und der Stellung des Pferdes in der Gesellschaft einher. Hieraus ergeben sich neue Fragestellungen. Zum einen fordert der Tierschutz Antworten ein. Zum anderen geht es um einen Milliardenmarkt, ein nicht zu vernachlässigendes wirtschaftliches Potential, dass fachgerecht bedient werden muss. Ein Schwerpunkt dabei soll sein, die Landwirtschaft als natürlich gewachsene Zucht- und Haltungsstätte von Pferden mit dem ursächlichen Wissen rund um die Tierzucht gegenüber zunehmend fachfremden Gewerbetreibenden und Hobbyisten zu unterstützen und abzugrenzen. Ein weiterer Schwerpunkt ist der überregionale europäische Austausch zwischen Praxis und Wissenschaft , besonders zwischen Holland und Belgien, den direkten benachbarten Pferdehochburgen. Zentral, im bevölkerungsreichsten und pferdestärksten Rhein-Kreis Neuss, zwischen den Ballungsgebieten Köln und Düsseldorf gelegen, ist das Kulturzentrum Sinsteden in idealer Weise geeignet den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis zu kommunizieren. Mit seiner räumlichen Nähe zu Holland und Belgien ist eine überregionale Zusammenarbeit denkbar. Viele Vorträge und Seminare mit bekannten Referenten, wie die Dressurreiterin und mehrfache Weltmeisterin Isabel Werth, der Tierarzt Dr. Hambüchen und der Richter Hermann Capell werden für ein interessiertes Publikum angeboten.

Bildergalerie