Der Themenabend "Nachhaltige Reform der Wirtschafts- und Währungsunion" bildete auf Burg Bergerhausen in Kerpen den Rahmen zum diesjährigen gemeinsam vom Rhein-Erft-Kreis und dem Rhein-Kreis Neuss mit seinem Europe Direct Informationszentrum Mittlerer Niederrhein organisierten Europatag. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzprobleme im Euroraum diskutierten namhafte Experten vor rund 100 Besuchern Lösungsansätze zur Überwindung der Krise.
Moderiert durch den Radiojournalisten Tom Hegermann äußerten sich Niels Bünemann, Pressechef der Europäischen Zentralbank, Herbert Jakoby, Abteilungsleiter Europa in der NRW-Staatskanzlei, Stephan Koppelberg, Leiter der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Bonn, Wolfram Kuschke, Landesvorsitzender der Europa-Union Deutschland und schließlich Axel Voss, CDU-Europaabgeordneter zu den Problemen, die in der Währungsunion bestehen und zeigten auf, wie viele Facetten die Finanzkrise hat und was bei der Lösung der Probleme hilfreich sein könnte. Tenor aller war jedoch, dass es zu Europa keine Alternative gibt. Nationalstaatlichen Alleingängen wurde genauso eine Absage erteilt, wie die Forderungen zur Rückkehr zur D-Mark, da dies mit unkalkulierbaren Risiken für die deutsche Wirtschaft verbunden wäre.
Landrat Werner Stump, Rhein-Erft-Kreis, sagte in seiner Begrüßung: "Die momentane Krise wird zeigen, wie weit es um die europäische Solidarität bestellt ist. Doch bei aller Skepsis gegenüber den politischen Entscheidungen gibt es ein verbreitetes Bewusstsein, dass Europa sich zusammenschließen muss, um als Gestaltungskraft handeln zu können." Landrat Hans-Jürgen Petrauschke betonte, dass das Engagement für Europa als Stabilitätsunion in Zeiten wie diesen mehr denn je auf der Tagesordnung stehen müsse.