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Gesundheit, Schweinegrippe / 03.11.2009

"Schweinegrippe": Impfzahlen steigen im Rhein-Kreis Neuss

Arzt setzt Spritze zur Impfung

"Wir stellen nach anfänglich geringer Nachfrage ein deutlich steigendes Interesse an der Schutzimpfung gegen die so genannte Schweinegrippe fest", zog Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky nach knapp einer Woche Zwischenbilanz. Täglich gehen rund 200 Anrufe zum Thema Schweinegrippe beim Kreisgesundheitsamt ein. 5.810 Impfdosen wurden seit vergangener Woche von den niedergelassenen Ärzten und Betriebsmedizinern im Rhein-Kreis Neuss angefordert.

Zum Anstieg des Interesses dürften aber auch beunruhigende Nachrichten aus den USA und England, wo die Influenza-Aktivität über dem Niveau des jeweiligen Höhepunktes der Grippezahlen vieler Vergleichjahre liegt. Auch Hospitalisierungen wegen Grippe- und Todesfällen nehmen in beiden Ländern dramatisch zu. In Deutschland wurde in der vergangenen Woche der 6. Todesfall bekannt, der nach Informationen des Berliner Robert-Koch-Instituts im Zusammenhang mit der Schweinegrippe gebracht werden kann. Die Zahl der Grippe-Infizierten hat sich in Nordrhein-Westfalen innerhalb einer Woche verdoppelt auf rund 7.000.

"Wir haben uns auf die Impfaktion gut vorbereitet und zusammen mit 13 Apotheken und über 150 niedergelassenen Ärzten eine flächendeckende Versorgung im Kreisgebiet sichergestellt", sagte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Eine aktuelle Liste der Ärzte, die Impfungen durchführen, ist nach Städten und Gemeinden geordnet im Internet abrufbar.

Insgesamt laufe derzeit die Impfaktion im Rhein-Kreis Neuss entspannt, wenngleich sie die niedergelassenen Ärzte vor große logistische Herausforderungen stellt. Um rascher große Mengen an Impfdosen bereitstellen zu können, haben die für die Massenimpfung zuständigen Bundesländer im Falle der Schweinegrippe auf die Abfüllung in Einzelspritzen verzichtet. Stattdessen ist der Impfstoff mit einer Menge von zehn Impfrationen in einem Fläschchen abgefüllt. Nach dem Öffnen muss das Serum innerhalb von 24 Stunden verbraucht werden. Dies bedeutet, dass ein Arzt in diesem Zeitraum zehn Impfwillige zusammen bekommen muss, wenn er nicht die übrig gebliebene Impfmenge weg werfen möchte. Hierdurch kann es vorkommen, dass Wartezeiten für Impfwillige bei Ärzten entstehen können, bis eine genügend große Gruppe zustande gekommen ist.

Bei aller Aufmerksamkeit für die Schweinegrippe sollte indes die Gefahr durch die saisonale Grippe nicht außer Acht gelassen werden. Hieran sterben hierzulande nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts jährlich 8.000 bis 11.000 Menschen. "Deshalb sei eine zusätzliche Impfung auch gegen die saisonale Grippe sehr sinnvoll", so Dr. Michael Dörr, Leiter des Kreisgesundheitsamtes.

Weitere Informationen zur "Schweinegrippe" sind auch über die kostenpflichtige Hotline der Landesregierung unter der Rufnummer 0180-31002100 erhältlich.

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© 2010 Rhein Kreis Neuss, Letzte Aktualisierung: 12.11.2009


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