Von Amt(sarzt) wegen - eine Podcast Reihe des Gesundheitsamtes des Rhein-Kreis Neuss Februar 2011 AUS DIE LAUS Liebe gesundheitsbewußte Bürgerinnen und Bürger aus dem Rhein-Kreis Neuss, es juckt im Nacken und hinter den Ohren und bei genauem Hinsehen fallen kleine weiße Pünktchen, Parasiteneier, an den Haaren auf - ein untrügliches Zeichen für einen Kopflausbefall. Nur 3 mm sind diese kleinen krabbelnden Tierchen groß. Mittels ihrer braunen Körperfarbe vermögen sie sich in der haarigen Umgebung gut zu tarnen. Der Schriftsteller Ben Faccini weiß in seinem Werk "Luft anhalten" um eine Radikalkur, die Plagegeister wieder los zu werden: "Als Madame Tressetout bei mir Läuse findet, sagt sie das ist nicht weiter schlimm. Sie steckt meinen Kopf unter einen Heißwasserhahn, bis der Ausguss voller winziger Tierchen und Eier ist." Noch drastischer wirbt eine amerikanische Firma für eine Entlausung: Nach dem Motto "Mich laust der Föhn" existiert in den USA ein Gerät, das einen heißen Luftstrom erzeugt und auf diese Weise die Parasiten abtötet. Ungeachtet dessen ist die gebotene Behandlungsmethode, die Haare mit Essigwasser auszukämmen oder aber eines der gängigen Entlausungsmittel vorschriftsmäßig - also nach 7 Tagen ein zweites Mal - anzuwenden. Kopfläuse führen in der Regel zu keinen Erkrankungen, sie fallen dem Menschen vielmehr zur Last. Und so bezeichnet man ihre Gattung dann auch als Lästlinge. Zur Mahlzeit -im Lausjargon Blutbeschaffung- begeben sie sich auf die Kopfhaut um sich dann 2 mm von der Kopfhaut entfernt am Haarschaft anzuklammern. Dort fühlen sie sich bei einer Temperatur von 35 C am wohlsten. Gelangen sie in die Umgebung, sterben sie infolge mangelnder Nahrungszufuhr nach 2 - 3 Tagen ab. Aus Kindergärten und Schulen im Rhein-Kreis Neuss werden nahezu 1000 Kopflausfälle jährlich gemeldet. Bei unaufgeregtem aber konsequentem Handeln sollte kein einziger ein Problem darstellen. So kann dieser Beitrag getrost mit dem Leitspruch "Aus die Laus!" beendet werden - nicht zu verwechseln übrigens mit dem Titel eines derzeit erfolgreichen Buches der beiden Autoren Matthias Nöllke und Christian Sprang. Dieser ist einer besonders skurrilen Todesanzeige entnommen und lautet "Aus die Maus". Bei weiteren Fragen hilft die Abteilung Infektionsschutz des Gesundheitsamtes unter der Rufnummer 02181 / 601 5350 weiter.